Der Schnüffelstaat wurde arg bedrängt. Fichen, sie führten zum Fichen-Skandal, mussten gelöscht werden. Heute sind wir mehr "durchleuchtet" als je zu vor. Das gilt auch für Blogger. Wir legen eigene Spuren und werden dadurch nackt im Internet. Aber, so wir es tun, haben wir kaum was zu befürchten!

 

Wir werden durch weitere Massnahmen gläsern: Versicherungen wollen die Risiken kennen. Mittels eines Gentests könnten die Prämien risikogerecht gestaltet werden. Als ob die Gene an allem schuld wären. Diskriminierung?

Im Rahmen von eHelp wird eine Versichertenkarte im Gesundheitswesen die Möglichkeit bieten, mehr Einsicht in das Verhalten des Einzelnen zu bekommen. Auch wenn herausgestrichen wird, dass neben der Identifikation vor allem die Administration vereinfacht werden soll, können auch Notafalldaten und weitere Informationen auf Wunsch des Kartenträgers erfasst werden. Das Glashaus Mensch wird zusehends durchsichtiger.

Wer mit dem Gesetz in Konflikt war, wird auch dann noch als "Straftäter" erkennbar sein, wenn der Eintrag gelöscht wurde. Ich erinnere mich: Ich verlangte eine Polizeiauskunft über einen neuen Mitarbeiter, der in einem heikeln Gebiet eingesetzt werden sollte. Die Mitteilung lautete: "Die Person ist im Register nicht vermerkt". Dem Brief lag eine Kopie der Fiche bei, woraus eine Verkehrsbusse mit Ausweisentzug ersichtlich war. Diese war einfach durchgestrichen, also nicht eigentlich gelöscht und ausgemerzt. Die fragliche Person wurde angestellt, da kein geheimdienstliches Risiko bestand.

Und wer eine Initiative unterschreibt, wird auf der Gemeinde entsprechend notiert. Dort muss man ja den Wohnsitz bestätigen. Nur, falls jemand immer die falschen Initiativen unterschreibt, der wird bald "profiliert" sein. Gesehen habe ich diese Art von Fichen, als ich mich bei einem Wohnort abgemeldet habe.

Steuerämter haben verschiedene Einblicke. AHV/ IV-Daten sind bekannt. Trotzdem werden "Doppelverdiener" kaum erwischt. Aber jene Dame, die einen privaten Schreibservice anbot, musste auf Geheiss des Steuervogts auf der Gemeinde vorsprechen um Fragen zu beantworten. Der "Vogt" verhielt sich zu seinem Nachteil nicht sehr professionell. Er brachte gleich das sehr dicke Dossier mit und dann fielen unzählige Zeitungsausschnitte, (Inserate, Mitteilungen etc.) heraus, die belegen sollten welche Aktivitäten die Dame entwickelte - sehr zum Erstaunen der "Kundin". So war es klar, warum der Mann dauernd gestresst und überlastet war. Er verschwendete seine Zeit als Spürnase mit falschem Massstab.

Obwohl die Presse Blogger braucht , tun diese gut daran, sich so zu verkaufen, wie sie es gerne haben, mit allen Konsequenzen.

Aufzeichnungen müssen unbedingt schlecht sein. In einem Betrieb waren die vollständigen Personaldossiers bis zur Gründung vor über 80 Jahren fein säuberlich abgelegt. Der positive Aspekt: Es wurde an einer Uni Daten gesammelt, um herauszufinden ob im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Gummiprodukten ein besonderes Risiko bezüglich einer Berufskrankheit bestand. Wir konnten Personen eruieren, die in der Gummiverarbeitung tätig waren und wir konnten oft auch Hinweise über Krankheiten und Todesursachen abgeben, weil solches jeweils auf der Personalkarte eingetragen wurde. So waren die Aufzeichnungen also nützlich. Die Weitergabe dieser Daten erfolgte nach strengen Datenschützerischen Gesichtspunkten.

Als das Datenschutzgesetz vorbereitet wurde, begann man, die alten Dossiers zu durchforsten. Es wurde festgelegt, was aufzubewahren war und was man dem Hochofen anvertrauen sollte. Danach wurden die Daten auf Mikrofichen gebannt und zentral abgelegt.

Beim Entrümpeln dieser Dossiers kamen interessante Details zum Vorschein und zeigten, was früher wichtig war. Beispiel: Während des Krieges war der Gummi rationiert. Es war verboten, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Als jemand erwischt wurde, bekam er sofort eine Verwarnung mit Androhung von ernsthaften Massnahmen im Wiederholungsfall....

Und dann sei erwähnt, dass bald überall Überwachungskameras uns auf Schritt und Tritt verfolgen. "Big Brother" is watching you"! (Orwell 1984)