Im Schweizer Gesundheitswesen werden regelmässig und erfolgreich Stagiaires aus Rumänien (auch aus anderen Ländern) eingesetzt. Durch die Personenfreizügigkeit mit der EU ist die Nachfrage allerdings etwas gesunken.


Die Schweizerische Kommission für den Austausch von Stagiaires mit dem Ausland (SKASA) versteht sich als Mittlerin zwischen Wirtschaft und Verwaltung und hat sich der Förderung des internationalen Austauschs junger Berufsleute verschrieben.

Im Frühjahr 2000 kamen die ersten Krankenschwestern und -pfleger aus Rumänien als Stagiaires in die Schweiz. Das Stagiairesabkommen zwischen der Schweiz und Rumänien machte es möglich. Inzwischen kann man auf gute Erfahrungen zurück blicken. Die Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Diese Erkenntnis deckt sich mit Erfahrungen aus Deutschland, wo rumänisches Pflegepersonal oft gruppenweise im gleichen Haus eingesetzt wird bzw. wurde.

Gründe für die guten Erfahrungen:
- Gute Ausbildung (Abitur ist in RO Voraussetzung)
- Breite Berufserfahrung, meist auch aus Deutschland (Sprache)
- Hohe Motivation (ein Job in der Schweiz steht zu oberst auf der Wunschliste)
- Hohe Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit
- Interesse an Neuem, hohe Lernbereitschaft
- Romanische Kultur (lateinische Sprache; Verwandtschaft mit dem Italienischen, Französischen und Rätoromanischen )
- Mehrheitlich christliche Religion (Orthodox, katholisch, evangelisch, babtistisch usw.)
- Hohe Affinität zur deutschen Sprache (Verbindung zu den alten Sachsen); im Banat und in Transsilvanien (Siebenbürgen) gehen viele Kinder heute noch in deutsche Schulen bzw. in den Deutschunterricht
- Bescheidenheit, aber offene, eigene Meinung, gelegentlich etwas unterwürfig, besonders am Anfang (Herkunft, Erfahrungen)

Verschiedene Arbeitgeber setzen regelmässig Stagiaires ein. Es wird sehr oft gewünscht, dass der gleiche Kulturkreis berücksichtigt wird!

Welches sind die Schwierigkeiten?

Es wäre schöngefärbt, würde man nur einseitig berichten. Ernsthafte Schwierigkeiten, die zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses oder zu einem frühzeitigen Abbruch geführt hätten, sind bei CHO Consulting bisher nicht zu verzeichnen. Hingegen ist bei der Einführung in die hier aktuelle Pflegemethodik etwas mehr Instruktionsaufwand erforderlich. Wir stellen aber fest, dass relativ schnell Verantwortung übertragen wird (in kleinen Betrieben früher als in grossen). Gelegentlich sind es unsere „Diplomierten“, die den Neuen zu verstehen geben, dass "unsere" Ausbildung alleine das A und O bedeute. Trotzdem wird oft und gerne vom Angebot, den Wochenenddienst abgeben zu können, Gebrauch gemacht. Obwohl die deutsche Sprache recht gut verstanden und gesprochen wird, kann die Überwindung des Schweizerdeutsch eine Hürde bedeuten. Bisher haben aber alle diese Hürde geschafft. Man kann auch feststellen, dass die ersten Wochen einen gewissen Stress auslösen. Man will den Anforderungen voll genügen. Die Sprache, eine gewisse Einsamkeit und die Angst, nicht zu genügen, machen es etwas schwierig. Mit der Anerkennung der Leistung und der Einbindung in ein Team, verschwinden diese Symptome aber nach und nach. Der Einbezug in die interne Fortbildung, die Förderung der Sprachkenntnisse und der Erfahrungsaustausch wird gerne angenommen, ist förderlich und entspricht dem Gedankengut, der hinter den Stagiairesabkommen steht.

Wir können deshalb mit Überzeugung Stagiaires aus Rumänien empfehlen. Referenzen können im Zweifelsfall als Entscheidungshilfe dienen! Mit der Möglichkeit, die Arbeitgeber bieten, leisten diese praktische Entwicklungshilfe direkt am Menschen. Wenn man bedenkt, dass man dort sehr geringe Verdienstmöglichkeiten hat, bekommt die Angelegenheit eine neue Dimension. Es ist erst noch garantiert, dass kein Geld in einer unübersichtlichen Administration verschwindet.

Die Erweiterung der EU hat es mit sich gebracht, dass den Stagiaires Konkurrenz erwachsen ist. Auch die Behörden haben einen Gang höher geschaltet. Die Bedingungen bezüglich ortsüblichem und branchenüblichem Lohn wird genau kontrolliert.

Die "Daumenschraube"
Ausgelöst durch politischen Impulse aus Diplomatenkreisen wird dort offenbar vermutet, dass mit dem Stagiaireswesen, der freie Personenverkehr zu den EU-Staaten unterwandert werde. Vielleicht hat man andernorts gemeint, einige 10'000 Arbeitskräfte (gestatten Sie eine kleine Übertreibung!) könnten nun durch ein riesiges "Scheunentor" in die Schweiz gelangen und hier Geld für ihre Heimat generieren. Weil die Realität anders ist, versucht man es nun auf andere Weise. Lohndumping mittels Einsatz von Stagiaires wurde u.a. erwähnt, das darf nicht sein. Damit kein diesbezüglicher Vorwurf entgegengenommen werden muss, hat die Behörde ihre Praxis verschärft. Es wäre interessant zu wissen, ob die kantonalen Migrationsbehörden bezüglich Lohnfestsetzung die gleichen Massstäbe anwenden! Und es wäre interessant zu wissen, ob man bei anderen Berufen auch so genau hinsieht.

Wir von CHO Consulting Herbert Odermatt, Stellenvermittlung und Personalberatung in CH 6072 Sachseln, vermitteln Stagiaires aus RO. Interessierte aus RO finden weitere Informationen unter Casa Romanilor bzw. Casa Romanilor Schwestern.