05. November 2009
Nach den Scheininvaliden ist nun ein neuer Begriff in der Runde: Noch zu wenig verbrauchte Alte, die Scheinalten, sollen länger arbeiten. So könnte das Pensionierungsalter nach oben verschoben werden. Die sicherere Finanzierung der Altersvorsorge soll wegen der demografischen Entwicklung ermöglicht werden, so die "Altersstrategen".
Boshaft: Die Versicherten bezahlen länger für Glanzpapier und Boni der Versicherungsmanager.
Andere Versicherer (Finanzierer) suchen "schlechte Risiken". Denen wollen sie höhere Renten bezahlen, weil sie statistisch weniger lange leben werden. Motto: "Je näher die Bahre, desto höher das Bare". => Mehr in die "Die Presse": ...Höhere Privatrenten für dicke Raucher...
Die Zahl der Erwerbstätigen, die länger steigt an. Laut Statistik des Bundesamtes für Statistik waren 2007 23% mehr Rentnerinnen und Rentner erwerbstätig als 2005, nämlich etwa 107'000 AHV-Bezügerinnen und -bezüger. Entweder ist das Ziel, die Ersparnisse auszubauen, oder der Ausstieg aus dem Erwerbsleben soll nicht abrupt, sondern in einem sanften Übergang erfolgen. Mit einem Teilzeitpensum kann dies gelingen.
Je nach Pensionskasse, kann die Mitgliedschaft weitergeführt werden oder nicht. Ob es sinnvoll ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Neben den Sparbeiträgen kommen Risikobeiträge für Erwerbsunfähigkeit und Tod dazu, die keine Gegenleistung generieren.Eine Invalidenrente wird nämöich nur bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters (AHV-Alter) ausbezahlt. Auch die Höhe der Rente für Hinterbliebene bemisst sich bei Versicherten im AHV-Alter nach dem vorhandenen Altersguthaben.
Der Umwandlungssatz ändert sich nicht bei jeder Kasse, wenn die Rente hinausgeschoben wird. Es lohnt sich also, genau hin zu sehen. Der Bezug der ordentlichen Rente kann trotz Weiterarbeit ratsam sein, obwohl das Geld noch gar nicht gebraucht wird. In diesem Fall muss man selber ein Sparregime aufziehen.
Sparen 3a kann weitergeführt werden. Männer bis 70, Frauen bis 69! Der Maximalbeitrag pro Jahr ist derzeit 6'566 Franken für Erwerbstätige. 20% oder max. 32'832 Franken dürfen selbständig Erwerbende einzahlen. Gewisse Kantone lassen höhere Beiträge zu (kann aus Steuergründen interesant werden). Aber auch Vorsicht ist am Platz!
25. Juli 2006 ... Steuern sparen allein reicht nicht: Bei der Säule 3a sind Milliarden schlecht investiert, die Unterschiede punkto Rendite und Spesen enorm. ... in andere Säule-3a-Fonds, und dies kostet nochmals mindestens ebenso viel. ...
www.bilanz.ch/edition/artikel.asp?Session..
Wer über das Alter 65 hinaus arbeiten will und kann und auf das AHV-Geld nicht angewiesen ist, kann die Rente aufschieben. Es gibt später eine höhere Rente und man spart Steuern.
Grafik: VZ News 68/Nov 2009
Die Rentenzahlung kann bis 5 Jahre hinausgeschoben werden. Reizt ein Mann dies voll aus, erzielt er eine um 31,5% höhere Rente. Wer nach dem AHV-Alter weiter arbeitet, bezahlt weiter AHV-Beiträge. Der Freibetrag beträgt Fr. 16'800 Franken. Bei mehreren Tätigkeiten gelten mehrere Freibeträge!
Die Beiträge führen nicht zu einer Erhöhung der Rente. Sie können aber den noch erwerbstätigen Partner, der noch nicht im AHV-Alter steht, von der Beitragspflicht befreien!
Wer plant, irrt bekanntlich genauer! Was nützt die zu erwartende höhere Rente, wenn man sie nicht (mehr) nutzen kann? Wer gesund ist, kann auf eine statistisch ermittelte Lebenserwartung zählen. Auch mehr oder weniger bekannt:
Wer alt wird, ist länger krank - wer sich gesund fühlt, wurde zu wenig untersucht, wer früher stirbt, ist länger tot... was wir längerfristig sowieso alle sein werden.
Lebenserwartung
(durchschnittliche Zahl der zu erwartenden weiteren Lebensjahre)
| |
Bei der Geburt |
Im Alter von 20 Jahren |
Im Alter von 65 Jahren |
| |
Männer |
Frauen |
Männer |
Frauen |
Männer |
Frauen |
| 1981 |
72.4 |
79.2 |
53.7 |
60.1 |
14.3 |
18.2 |
| 1985 |
73.5 |
80.2 |
54.7 |
61.0 |
14.9 |
19.0 |
| 1990 |
74.0 |
80.8 |
55.0 |
61.6 |
15.3 |
19.4 |
| 1995 |
75.3 |
81.8 |
56.2 |
62.4 |
16.1 |
20.2 |
| 2000 |
76.9 |
82.6 |
57.7 |
63.2 |
17.0 |
20.7 |
| 2005 |
78.7 |
83.9 |
59.4 |
64.3 |
18.1 |
21.6 |
| 2006 |
79.1 |
84.0 |
59.8 |
64.6 |
18.3 |
21.8 |
| 2007 |
79.4 |
84.2 |
59.9 |
64.6 |
18.5 |
21.9 |
Quelle: Bundesamt für Satistik / Quellen: BEVNAT, ESPOP
Siehe auch:
- Sozialversicherungen ab 01. 01. 2009 BBS Bucher News
- Bonus für Raucher; Der Versicherungsmarkt treibt immer; neue Blüten – schön, begehrt, profitabel. (Quelle: Der Standard, Bernd Marin, 19. März 2008)
"(...) P.S.: Habe übrigens das Schmaucheln schon vor Jahren aufgegeben und damit den kombinierten Nachteil kürzerer Lebenserwartung ohne den finanziellen Vorteil "verstockter" Süchtler oder vergnügter Genießer. Damit bin ich trotzdem rundum zufrieden. (Bernd Marin, DER STANDARD, Printausgabe, 19.3.2008)
*****
Cash Guru:
05. 11. 09 US-Zinsentscheid verhärmt!
Adecco - 3.Q Umsatz minus 27pc, Gewinn minus 28pc, alles besser als erwartet. Sieht Lichtblicke. Aktie wird gehen.
Zurich - Die Zurich Financial Services versechsfacht den Gewinn, bleibt aber unter den Erwartungen. Zeigt aber auch operative Stärke und ein wesentlich gestärktes Eigenkapital.
odh: Ein Unternehmer kann mit einem versechsfachten Gewinn zufrieden sein. Viele Analysten haben andere Erwartungen. Sie brauchen Milchkühe! Offenbar haben viele noch nichts aus der Krise gelernt.
06. 11. 09: DJ über 10000 - mehr als ein Strohfeuer?
Petroplus - glaubt, dass mit dem Margenverfall noch weitere Raffinerien zum verkauf stehen werden. Petroplus schliesst seine Teesside-Raffinerie. "Wir sind aber auch bereit, eine weitere Raffinerie zu kaufen, wenn der Preis stimmt" äussert sich Präsident Thomas O’Malley optimistisch. Petroplus hat gestern einen weiteren Riesenverlust gemeldet.
Nestlé - Beteiligung Oréal lahmt mit den Umsätzen: 3.Q. 4,24 Milliarden Euro (4.27), verhaltener Ausblick. Mehr unter:
cash Guru »
*****
CHO Consulting Herbert Odermatt, Flüelistrasse 25, CH 6072 Sachseln
Tel: +41 41 660 39 79, FAX :+41 41 661 17 00
Mail: cho-consulting(at)bluewin.ch