Sicherheit auf der Strasse
Im Auto wähnt man sich in (relativer) Sicherheit. Schliesslich hat es "vier Wände" einen robusten Boden, einen "Regenschutz" und zwei Knautschzonen, je eine hinten und vorne und gegenüber dem Blitz sitzt man in einem Faradayschen Käfig. Wie viel Sicherheit das bietet, kann man erst dann etwas besser abschätzen, wenn man selber das "Wompchrrrschschschschsssstwouwouwou...." gehört hat, nach dem einem ein schwerer Lastwagen hinten aufgefahren ist. Man reist danach zurück wie vom Krematorium. Anstatt der Asche trägt man die Kontrollschilder nach Hause...
Über Sicherheit wird viel nachgedacht und geschrieben. Je nach Betrachtungsweise, findet jede Verkehrsmittel-Branche ihre Sicherheitsargumente. Ein Vergleich unter gleichen Voraussetzungen ist gar nicht so einfach zu finden.
Bezogen auf die Kilometerleistung, schneidet der Bus am besten ab. Das geht aus der Analyse der Unfallstatistik des statistischen Bundesamtes (D) hervor.
Auch im Flugzeug befindet man sich in einem Sicherheitsgefühl. Ist Fliegen wirklich so sicher, wie man es statistisch darstellt? Wir haben zwar früher gemeint, das Gefährlichste am Fliegen sei der Weg zum Flugplatz.
In der Eisenbahn fühlt man sich ebenfalls sicher. Wird die Bahn, deshalb als das sicherste Verkehrsmittel bezeichnet?
Die Schweiz hat sich die Seilbahntechnik stark entwickelt. Dem entsprechend gibt es ein grosses Angebot von Seilbahnen. Daher:
Ein Vergleich mit anderen Verkehrsträgern verdeutlicht, dass Seilbahnen und Skilifte mit Abstand das sicherste Transportmittel sind. Bezogen auf die Fahrgastzahlen ist hier das Risiko, tödlich zu verunfallen, rund zehnmal kleiner als im Auto oder Zug und gar mehr als fünfzig Mal kleiner als im Flugzeug. Das Risiko, sich in Seilbahnen und auf Skiliften zu verletzen, ist drei- bis viermal geringer als im Tram, Bus oder Zug und gar fünfzig Mal geringer als im Auto.
Der Vergleich zeigt: Bei Seilbahnen und Skiliften handelt es sich um das sicherste Verkehrsmittel überhaupt.
Selbst der Finanzblogger stellt fest, verpackt in einer ethischen Discountwolke, dass nicht nur das Rauchen, sondern auch das Autofahren gefährlich sei.
Meine differenzierten Einstellungen zum Rauchen habt ihr vielleicht schon vor gut zwei Jahren gelesen - geändert hat sich nichts und das Autofahren ist immer noch gefährlich. Noch während des schreiben des Beitrages ruft der Personalblogger an - unverschuldeter Totalschaden auf der österreichischen Autobahn. Baustelle, Lastwagen - zum Glück keine Verletzten.
Er hat recht: Ich bin wegen einer Verwicklung in einen Unfall unfreiwillig vorzeitig wieder zu Hause. Constanza am Schwarzen Meer war das Ziel, kurz vor Wien war die Reise bereits zu Ende. Ich bin unverletzt, Brigitte allerdings klagt über Schmerzen im Bereich des Halses. Unser Auto wird in Austria verschrottet. Ein Laster hat uns von hinten "geküsst". Zum Glück war vor uns kein anderes Auto, sonst wären wir eingeklemmt worden. Gelegentlich kann man nichts zum Glück beisteuern, als es geschenkt zu bekommen! Dafür gibt es nur ein Mittel: Danbar zu sein.
Glück im Unglück, das ist ein anderes Thema. Meiner Frau Brigitte passierte das Malheur, den Autoschlüssel im Wagen einzuschliessen. Der Servicemann vom TCS-Pannendienst bot schnelle Hilfe an. Kosten Fr. 140.- und einen Hinweis auf die Strassenhilfe und den ETI-Schutzbrief. Diesen haben wir in der Folge angefordert - und eben erst kürzlich davon profitiert.
Der Ablauf des Geschehens:
Nach dem Ereignis am Freitag um die Mittagszeit steht ein fast zur Salzsäule erstarrter KFZ-Fahrer vor mir im Regen. Ich versuche ihn zu beruhigen indem ich ihm erkläre, dass Blech ersetzt werden kann. Ich ermuntere ihn, der Polizei zu rufen, was er tut und was ihn langsam wieder in die Realität zurück bringt. Die Polizei lässt nicht lange auf sich warten. Inzwischen hat Brigitte die Gaffer (Katastrophentouristen) elegant zum Weiterfahren animiert. Die Beamten sind korrekt und es scheint auch unkompliziert. Nach der Besichtigung der Sachlage schleppen sie mein Fahrzeug auf die frisch gewalzte Unterlage für die neue Strasse, die im Bau ist. Der Bauingenieur hat keine besondere Freude und schiesst ein Foto für alle Fälle. Nach der Bestandesaufnahme ruft der Polizist den OEAMTC (Prallelorganisation wie TCS). Etwa eine halbe Stunde später kommt die Patroullie und stellt den ersten Kontakt zum TCS her. Da wir Mitglied sind, werden wir bevorzugt behandelt. Dann wird ein Abschleppdienst angefordert. Es dauert fast drei Stunden, bis dieser da ist. Ich kann aus meinem 20-jährigen Service-Heft eine in der Nähe liegende Mazdavertretung ausmachen, wohin nun die Reise führt. Bei Mazda Wanderer in Pressbaum werden wir zuvorkommend empfangen und bekommen einen Abstellplatz zugewiesen. Wir dürfen dort an der Wärme bleiben und das Telefon benutzen. Die Firma würde ich jedem empfehlen, der daran denkt, sich eine Fahrzeug von Mazda zu beschaffen.
Es geht nun darum, wie wir wieder nach Hause kommen, denn das Auto können wir gleich hier stehen lassen! Der TCS versucht uns ein Auto zu organisieren, damit wir weiter reisen können. Es stellt sich jedoch heraus, dass die meisten Autovermieter keine Wagen für Rumänien zur Verfügung stellen! Europcar hätte eine Variante gehabt, aber die war viel zu teuer. Wir beschliessen, nach Hause zurück zu kehren. Der TCS bekundet etwas Mühe, innert Kürze ein Auto zu finden. Schliesslich sei F1-Autorennen in Monza und daher viele Autos ausgebucht. Also suchen wir eine Bleibe, die wir schliesslich im Pressbaumerhof finden. Am Sonntag ist es so weit. Ich nehme ein Taxi zum Flughafen Wien Schwechat. Dort kann ich bei Hertz einen Ford Fusion 1,4 in Empfang nehmen. Dann wird umgepackt und um 14 Uhr beginnt die Rückfahrt, die um Mitternacht beendet ist. Das Fahrzeug ist angenehm zu fahren. Der 5-Gänger wirkt elastisch. Für unser Gepäck gibt es genügend Stauraum.
Was noch zu sagen ist: Beim TCS, aber auch beim OEAMTC wurden wir zuvorkommend, kompetent und stets freundlich bedient. Dafür ist den Teams unser Dank sicher! Was jetzt kommt ist zwar aufwändig, aber unter der Tatsache, dass wir praktisch ungeschoren davon gekommen sind, ein Pappenstiel.



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