Ricci, unser Klaus wünscht schöne genussreiche rauchende Weinachten
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Nun aber zu den Gedanken von Ricci über den Zustand dieser Welt. Ich kopiere jetzt Text, suche Fotos heraus ... und geniesse eine Torpedo.
MENSCHEN BRAUCHEN MENSCHEN und KEINE z a h l e n . . .
Bei dem ganzen Kladderadatsch von fehlenden Milliarden, verlustiertem Vertrauen in ein globales Finanzsystem und der sehr menschlichen Begabung bei massenhafter Gier auf Profit alles Hirn gleich mit zu verschlingen, ist für mich jetzt die brennende Frage:
- Wie wirkt Geld auf unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen?
- Wie beeinflusst das Geld unsere Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
- Werden wir etwa komplett monetär "nivelliert"?
Soziologie könnte die Grundlage bieten unser Dilemma zu fundieren!
Hier der Herr Simmel, Schorsch vor über hundert Jahren, sicher geschrieben, umnebelt vom havannanösem Zigarren-Duft.
Georg Simmel: Die Grosstädte und das Geistesleben
"(...) Das Wesen der Blasiertheit ist die Abstumpfung gegen die Unterschiede der Dinge, nicht in dem Sinne, dass sie nicht wahrgenommen würden, wie von dem Stumpfsinnigen, sondern so, dass die Bedeutung und der Wert der Unterschiede der Dinge und damit der Dinge selbst als nichtig empfunden wird.
Sie erscheinen dem Blasierten in einer gleichmäßig matten und grauen Tönung, keines wert, dem anderen vorgezogen zu werden.
Diese Seelenstimmung ist der getreue subjektive Reflex der völlig durchgedrungenen Geldwirtschaft; indem das Geld alle Mannigfaltigkeiten der Dinge gleichmäßig aufwiegt, alle qualitativen Unterschiede zwischen ihnen durch Unterschiede des Wie viel ausdrückt, indem das Geld, mit seiner Farblosigkeit und Indifferenz, sich zum Generalnenner aller Werte aufwirft, wird es der fürchterlichste Nivellierer, es höhlt den Kern der Dinge, ihre Eigenart, ihren spezifischen Wert, ihre Unvergleichbarkeit rettungslos aus.
Sie schwimmen alle mit gleichem spezifischem Gewicht in dem fortwährend bewegten Geldstrom, liegen alle in derselben Ebene und unterscheiden sich nur durch die Größe der Stücke, die sie von dieser decken."
Georg Simmel: Die Grosstädte und das Geistesleben
Wunderbar ist Georg Simmel auf einer Schweizer Website zu studieren: Die Philosophie des Geldes
Bestens wird dies durch eindeutige Worte erhellt:
"Der Dummkopf stellt sich vor, dass die Wonne, Regeln zu brechen, unbeschreiblich wächst, wenn man die Regeln selbst abschafft" Nicolas Gomez Davila kolumbianischer Philosoph und Aphoristiker
Als ich die Erzählung über das Finanz-Desaster des Familienvaters Tim Smith las, wurde mir offenbar, daß ein System des erhöhten Profits unausweichlich auf die Entmenschlichung von Kunden zielen muss.
Er, Tim Smith sagt: "Es kann doch nicht sein, dass eine Bank mit Wetten handelt, mit Wetten, die zum Teil darauf zielen, dass Immobilienbesitzer ihre Hypotheken nicht ablösen können. Wenn du in deinem Haus bleibst, verdienen sie durch Säumniszuschläge und Gebühren, wenn du dein Haus verlierst, gewinnen sie ihre Wette. Es darf doch nicht sein, dass die Deutsche Bank nicht mal belegen kann, dass sie Inhaberin aller Rechte ist. Vielleicht war sie auch nur Treuhänderin für eine Gruppe. Ich weiß es noch immer nicht."
Titel
Der Bankraub
PHASE I: 1995 BIS 1997
Terrace Park, Ohio, Juli 1995
"Man muss besitzen, man darf nicht mieten in Amerika", sagt Timothy E. Smith, damals ist er 36 Jahre alt, "mieten ist für Versager." Nur Trottel mieten, weil jeder in Amerika weiß, dass die Preise für Häuser steigen und steigen werden. Das sagt Bloomberg TV, das schreibt das "Wall Street Journal".
PHASE II: 1998 BIS 2001
Blythe Masters macht alles richtig. Deutsche Staatsbanken können auch anders. Die Landeskirche Oldenburg führt eine Grundsatzdiskussion. Dov Seidman erkennt einen Denkfehler. Tim Smith zahlt sein Haus in Ohio ab und verschuldet sich neu. Manfred Blume schaltet sein Portfolio von "konservativ" auf "ausgewogen".
Terrace Park, Ohio, Juli 1998
Tim Smith ist glücklich im neuen Haus, er will seine Schulden umschichten, und die nette Bank von nebenan, die Star Bank, 205 West 4th Street in Cincinnati, hilft dabei. Es ist ein Backsteinbau, ein Schalter, selten gibt es eine Schlange, freundliche Angestellte grüßen
die Kunden mit Namen.
Am Anfang hatte Smith 127 500 Dollar Schulden bei den Verkäufern des Hauses, den Fenders, jetzt nimmt er 176 000 Dollar Kredit bei der Bank auf zu einem Zinssatz von 8,5 Prozent. Festgeschrieben. Laufzeit 360 Monate. Er löst seinen Kredit bei den Fenders ab und hat noch Geld übrig. Er macht alles richtig.
PHASE III: 2001 BIS 2004
Die deutsche Bankenaufsicht schläft. Die US-Zentralbank spielt mit niedrigen Zinsen. An der Wall Street ist Lehman Brothers die "Bank des Jahres". Warren Buffet fürchtet sich vor "finanziellen Massenvernichtungswaffen". Tim Smith geht es gut.
PHASE IV: 2004 BIS 2006
Tim Smith wird arbeitslos und hat auf einmal Schulden bei der Deutschen Bank. Dov Seidman sinniert über Nachhaltigkeit. Die Hypo Real Estate dreht ein großes Rad. Die Landeskirche Oldenburg macht eine falsche Bewegung.
Terrace Park, Ohio, 2004
Tim Smith mochte Lockwood Greene sehr. "Meine Firma", sagte er. Neun Jahre war er bei Lockwood Greene, er war in Atlanta und Dallas für seine Firma, dann in Cincinnati. Aber dann kam das Angebot von Belcan, der Konkurrenz. Mehr Geld, mehr Ruhm, und Tim sagte zu.
Ein knappes Jahr später muss Belcan das Geschäft aufgeben. Und Tim ist arbeitslos. Und Kelley Smith, seine Ehefrau, möchte gern abfangen, was sie abfangen kann. Aber Delta Airlines geht es schlecht. Keiner Fluglinie geht es gut in Amerika. Kelley kann nur noch wenige Stunden arbeiten, sie fängt als Krankenschwester an, parallel. Die Kinder
erfahren nichts. Die Eltern liegen nachts wach und reden.
Das Haus ist schön geworden, sie haben jetzt ein Jacuzzi, und kirschfarben ist das zweite Bad. Aber sie haben nichts gespart, das Leben ist teuer. Es geht schnell hinab, sehr schnell, wenn man Schulden mit neuen Schulden begleicht. Tim schickt noch Schecks an New
Century, aber nicht mehr pünktlich. Und nicht mehr über die vollen Beträge. Woher nehmen?
Der Deutsche Bank National Trust hat den Kreditvertrag der Familie Smith gekauft. Tim Smith muss unterschreiben, dass er zusätzlich 14 699,52 Dollar schuldet, darin stecken Tilgung, Säumniszuschläge, Anwaltskosten, Gerichtskosten. Er unterschreibt. Das Geld aber hat er nicht. Seine Gesamtschulden belaufen sich jetzt auf 246 025 Dollar und
77 Cents.
Kelley Smith kommt vom Einkaufen, nimmt die Post aus dem Briefkasten. Werbung, Werbung, Werbung - und: eine Karte. Von einem Computer beschrieben, rot abgestempelt für 23 Cent. "Case Number A 0500045 Deutsche Bank National Trust vs. Kelly Newton-Smith et al" steht da. Es ist die Androhung der Zwangsvollstreckung.
Terrace Park, Ohio, 2006
Tim Smith würde gern mit der Deutschen Bank sprechen, aber er kommt nicht durch. Niemand zuständig. Niemand da. Die Deutsche Bank hat Kelley und Tim verklagt, so etwas macht Angst: "Deutsche Bank National Trust gegen Kelley Smith", schon wieder müssen sie für Anwälte zahlen. Ein Schriftstück von 2003 taucht auf, bei New Century, jener Bank, die
den Kreditvertrag an die Deutsche Bank weitergereicht hat. Tims und Kelleys Unterschriften sind darauf, die Unterschriften aber sind falsch. Es ist ganz leicht zu erkennen, hier steht "Kelly" und nicht "Kelley". Auch die Ziffern und Daten auf Verträgen und Unterverträgen seien verändert, sagt Tim.
Eine Zwangsversteigerung wird angesetzt für den 26. Januar 2006. Der Sheriff von Hamilton County setzt den Wert des Hauses auf 189 000 Dollar an, es dürfe nicht weggehen für weniger als zwei Drittel dieses Werts, schreibt er. Tim und Kelley beantragen einen Aufschub, schicken 9213,91 Dollar an Litton Loan, der Aufschub wird gewährt. Tim und Kelley bezahlen die Anwälte.
Terrace Park, Ohio, Oktober 2007
Tim und Kelley Smith sind mit 28 000 Dollar im Verzug. Ihr Konto liegt jetzt bei Litton Loan, der Agentur der Deutschen Bank, Nummer 13047519. Sie müssen künftig 2846,20 Dollar zahlen, Mont für Monat. Wenn sie ihr Haus behalten wollen.
Ein neuer Vertrag also, sechs Seiten. Ein neuer Sargnagel. Tim unterschreibt. "Wir waren doch gar nicht gierig", sagt er, "wir wollten bloß klug sein wie alle anderen." Briefe gehen hin und her. Einmal kann Tim Smith 1000 Dollar überweisen, die Leute von Litton
Loan schreiben: "Das reicht nicht."
PHASE VI: JANUAR BIS OKTOBER 2008
Die Welt gerät ins Wanken. Tim Smith verklagt die Deutsche Bank. Die BaFin macht sich rar. Die Hypo Real Estate braucht auf einmal Nothilfe. Lehman Brothers ebenso.
Terrace Park, Ohio, März 2008
Anwaltsrechnungen: 1879,50 Dollar. "Hört es nie auf?", fragt Tim Smith. Kelley fragt, was er von Scheidung hält. "Wir haben kein anderes Thema mehr", sagt sie, "was ist denn das für ein Leben?" Aber sie spricht ganz leise, sie weint. Sie beten, sie beschließen, dass
sie durchhalten wollen, aber das Haus verkaufen. Die Frage: an wen? Wie denn, in dieser Zeit?
Ohio ist schwer getroffen von der Krise. Bald werden hier Ruinen sein, vernagelte Häuser, in einigen Straßen neun von zehn. Manche werden niederbrennen, andere geplündert, und vor jedem zweiten Haus steckt ein Schild im Sand: "For Sale".
Aber es gibt keine Käufer mehr und keinen Markt, 29 100 Zwangsversteigerungen gab es in den beiden vergangenen Jahren im Bezirk Cuyahoga. Darum lassen die Menschen ihre Häuser einfach zurück, sie ziehen aus und fort, keiner kennt die neue Adresse, sie versuchen, sie hoffen, in der Obdachlosigkeit wenigstens den Schulden zu entkommen.
"Es ist der perfekte Sturm", sagt Tim Smith, "die Menschen verlieren ihre Jobs und wollen Häuser verkaufen, die überbewertet waren, und keiner kann kaufen." Es ist der Kollaps einer Gesellschaft. Das Ende einer Idee. In Cleveland, Ohio, lässt sich das Scheitern einer Kultur besichtigen oder, so kann man es auch sagen, das, was die Wirtschaftskrise aus einer funktionierenden Kultur macht.
Terrace Park, Ohio, Juni 2008
Am 6. des Monats bekommt Tim Smith wieder Post. In der Mahnung steht: "Wir sind unfähig, weiter an Ihrem Fall zu arbeiten, bis Ihre überfällige Rechnung bezahlt ist." Fällig sind 5329,50 Dollar. Tim bittet um eine erneute Modifizierung des Kredits. "Abgelehnt", steht im Antwortschreiben, stattdessen wird ihm der nächste Termin für die Zwangsversteigerung mitgeteilt, "aus guten Gründen", wie der Richter schreibt.
Mit der Hand füllen Tim und Kelley Smith das Formular aus, Aktenzeichen A 0700261, "Kelley Newton-Smith and Timothy E. Smith vs. Deutsche Bank National Trust Company". "Betrug" und falsche Darstellung der Fakten werfen sie der Bank vor. Die Zwangsversteigerung möge ausgesetzt werden, schreiben sie, weil "wir immer wieder versucht haben, vom Beklagten einen Preis zu erfahren, zu dem wir das Haus an Interessierte verkaufen können", aber nie habe es eine Antwort gegeben, nie auch nur eine Kommunikation mit der Bank.
Immer nur Forderungen. Und dann wieder Schweigen. "Wir verbinden Sie weiter", und dann ein Anrufbeantworter. Tracy heißt die Frau, die zuständig ist, angeblich, Tracy ruft nicht zurück. Kelley Smith sagt, sie habe es inzwischen verstanden: "Genauso soll es sein, das ist der Sinn des Systems. Es geht nicht mehr um Menschen, weil es nicht mehr
um Menschen gehen soll."
PHASE VII: SEPTEMBER 2008 BIS ?
Die Landeskirche Oldenburg fürchtet sich erst nicht, dann sehr. Manfred Blume muss seinen Bankberater anrufen. Die Deutsche Bank verliert einen Prozess in Ohio. Kontrolliert eigentlich jemand die amerikanischen Banken? Für Tim Smith kommt der Sieg zu spät.
Tim Smith hat seine Geschichte zwei Tage lang erzählt, zuerst in einem Restaurant, dann in seinem Büro. Er arbeitet jetzt für "The Austin Company", Business Development Director ist er; das Unternehmen ist 130 Jahre alt und heute in japanischer Hand. Ein Großraumbüro am Rande Clevelands, Tim hat eine Zelle von drei mal drei Metern, einen roten Drehstuhl, aber es ist eine schöne Zelle mit Fotos von den Kindern und Pflanzen und Büchern.
Kelley wollte nicht mehr über die Geschichte reden, am Anfang, aber jetzt ist sie doch am Telefon. Eine weiche Stimme. Ganz leise. Vorsichtige, langsame Worte. "Es war so bedrohlich", sagt sie, "so entwürdigend. Es war ganz egal, wie sehr wir uns mühten, wir hatten keine Chance." Stille. Dann: "Irgendwann hast du kein anderes Thema mehr. Es macht eine Ehe kaputt. Du fragst deinen Partner, ob er den Scheck geschickt hat, und er sagt ja, aber die Bank sagt nein, da sei kein Scheck. Wem glaubst du? Es zerstört dich, es zerfrisst dich. Du fragst dich die ganze Zeit, was Menschen davon haben, wenn sie andere
Menschen so behandeln, aber dann verstehst du, dass sie gar nicht wahrnehmen, dass sie mit Menschen zu tun haben. In der ganzen Zeit habe ich nicht ein einziges Mal jemanden von der Deutschen Bank ans Telefon bekommen."
Er sagt zu seiner Frau: "Du warst sehr geduldig, Schatz, du hast so viele Ideen gehabt." Und sie sagt: "Und du hast dich so tief in den ganzen Wahnsinn hineingearbeitet, wie ich es nie gekonnt hätte." Es ist eine kalte Nacht in Cleveland, es regnet, es ist stockfinster
draußen. Dann kommen zwei Engel vorbei.
Kate und Jeremy Hudson fahren durch die Gegend, sie suchen ein Haus, sie haben freie Auswahl, so viele Häuser, und so billig! 287 415 Dollar schulden Tim und Kelley Smith der Deutschen Bank. 320 000 Dollar verlangen sie für das Haus, sie wissen, dass sie nicht pokern können. Alle wissen das. Auch 290 000 Dollar wären gut, dann kämen alle ohne Verluste aus der Sache heraus. Kate und Jeremy Hudson bieten 240 000.
Ende des Auszugs.
Die Anonymisierung der der modernen Marktwirtschaft ist ein reich gedeckter Tisch für alle alle Raffgierigen.Wir müssen ganz und gar nicht zu Kommunisten oder Sozialisten wandeln um uns dagegen zu wehren.
Zusätzlich wird das Geld in Zukunft billig bleiben und überhaupt, so schlimm wird es schon nicht werden, denn 95 Prozent aller Topmanager glauben, daß ihnen die Öffentlichkeit kein Vertrauen mehr schenkt. Prima, Gefahr erkannt und gebannt, damit schon mit der nötigen
Selbsterkenntnis unterfüttert. In dunkler Zeit bei Kerzenschein, jetzt kann nichts mehr schief gehen.
Ja liebe Topmanager, Wahlspruch für 2009 ist FETT zu lesen: Niveau ist keine Hautcreme!
...alles wird gut, wir wissen nur noch nicht genau wann und wo zuerst:-)
Stimmung Frohsinn Umsatz
Beste Weih-Nacht Grüße aus Ricciland ins Heidiland
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Zur aktuellen Liste und bisher erschienene Beiträge.
Zusammenstellung und Koordination: Stephan Marti - Finanzblog
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odh: Ricci spricht mir aus der Seele! siehe auch: Aus Schulden werden Wertpapiere, CDO hoch drei
Ob die Investmentbanker in der Lage wären eine Friedenspfeife zu rauchen? Wäre vielleicht besser, als sich im Rotlicht quartier abzureagieren... Sonst müssten sie eben auch mit einem Kraut nachhelfen, so wie in der kleinen Weihnachtsgeschichte die ich hier gelesen habe.




Kommentare
Die Bundesrepublik als marxistische Endzeit-Vision?
"Eine junge Russin kann 1982, gegen Ende der bleiernen Breschnew-Ära, durch Heirat nach Deutschland übersiedeln. Die Absolventin der Moskauer Diplomaten-Akademie beherrscht mehrere Sprachen, sie hat ihren Marxismus gepaukt und seine Perversion in der realsozialistischen Sowjetwirklichkeit am eigenen Leib erlebt.
Nach kurzer Eingewöhnungszeit kommt sie zu einer überraschenden, für sie aber überzeugenden Einsicht: "Was ihr Deutschen hier habt, das ist das Ideal des Sozialismus, wie es uns von den Kommunisten stets als Endziel marxistischer Entwicklung der Gesellschaft prophezeit wurde."
Wie das?
Die kapitalistische Bundesrepublik als marxistische Endzeit-Vision?
Aber ja: "Hier geht es jedem gut. Die Arbeit wird anständig bezahlt. Bei Krankheit sind alle versorgt. Von ihrer Rente können die Bürger leben. Sie haben Wohnungen oder gar ein Haus, nicht nur die neun Quadratmeter pro Kopf, die den Sowjetmenschen gerade wieder einmal für die Zukunft versprochen werden.
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"Es gibt alles zu kaufen. Auch die Werktätigen können sich ein Auto leisten, in den Urlaub fahren, wohin sie wollen. Noch dazu können sie frei wählen, öffentlich protestieren, es gibt keine Zensur, keine politischen Zwänge. Und wem das alles noch nicht passt, der kann auswandern. Das ergibt alles noch mehr als jenes Paradies, welches uns die kommunistische Theorie als leuchtende Zukunft seit Generationen vorhersagt."
Das war, daran muss hier wohl erinnert werden, vor fast drei Jahrzehnten."
Quelle hinter dem Link!
Ein bisschen mehr Ludwig Erhard würde in der Tat nichts schaden. Die soziale Marktwirtschaft wäre immer noch angebracht. Leider hat man begonnen, dem goldenen Kalb "Freie Marktwirtschaft" zu huldigen. Die ist unfreier denn je! Sie hat die Pervertierung von Kapitalisierung der ertragreichen Geschäfte Zu der Sozialisierung aller unrentablen Geschäfte gebracht. Nur ein Beispiel: Die Atomkraftwerkbetreiber schöpfen Gewinne ab und lassen ihre Anlagen mehrmals abschreiben, derweil das Volk die Lagerung der Abfälle für die nächste Million von Jahren übernehmen darf...
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"Die Finanzkrise hat aus Schurken Helden gemacht"
Milliardenhilfen für die Banken?
Das darf nicht die einzige Folge der Finanzkrise sein, sagt der Soziologe Ulrich Beck im SPIEGEL-ONLINE-Interview. Er fordert: Der Staat muss die Chance nutzen, die Wirtschaft endlich wieder sozial und demokratischer zu machen.
SPIEGEL ONLINE: Herr Beck, was ist die wichtigste Folge der Finanzkrise?
Beck: Die Krise gefährdet unser gesamtes ökonomisches Weltbild - oder zerschlägt es sogar vollständig.
Der Soziologe Ulrich Beck forscht und lehrt an der Ludwig- Maximilians- Universität in München und an der London School of Economics. Seit langem arbeitet er über die Folgen der Globalisierung für die Arbeitswelt. Ein Vorschlag des 64- Jährigen lautet, freiwilliges Engagement für das Allgemeinwohl finanziell zu belohnen. 2007 erschien sein Buch "Weltrisikogesellschaft", in dem er "die Suche nach der verlorenen Sicherheit" in der globalisierten Risikogesellschaft untersucht.
SPIEGEL ONLINE: Wie meinen Sie das?
Beck: Der Westen fühlt sich überlegen. Seine freie Marktwirtschaft hält er für besser als zum Beispiel die sozialistischen Staatswirtschaften der Vergangenheit. Aber auch über China mit seiner durchaus erfolgreichen Mischung aus Privat- und Staatsökonomie rümpfte man hier allzu oft die Nase. Dieses Überlegenheitsgefühl dürfte deutlich angeschlagen sein.
SPIEGEL ONLINE: Welche Folgen hat die Krise für das Vertrauen der Menschen in die Eliten?
Beck: In den zurückliegenden Wochen und Monaten ist dieses Vertrauen schwer erschüttert worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück glaubten bis vor wenigen Tagen, dass sie die Krise national lösen könnten. Sie erklärten, der große Sturm würde an unserem Land vorbeiziehen. Viele deutsche Politiker blicken auf die Welt mit diesem merkwürdig uninformierten und selbstgenügsamen Blick. Man hat das Gefühl, dass sie den Grad der internationalen Abhängigkeiten und die Logik der Globalisierung einfach nicht verstehen.
SPIEGEL ONLINE: Ist die politische Klasse in Deutschland gescheitert?
Beck: Ja, aber nicht nur sie. Auch in anderen Ländern hat man die Ideologie vom selbstverständlichen Funktionieren des ungeregelten Marktes widerspruchslos und kreativlos übernommen und nachgebetet. Selbst ein kritisch denkender Politiker wie Joschka Fischer hat vor Jahren behauptet, gegen die Gesetze des Marktes könne die Politik nichts ausrichten. Diese Phantasielosigkeit und Deformation rächt sich jetzt, wo das Finanzrisiko den globalen politischen Raum für Regierungsalternativen öffnet.
SPIEGEL ONLINE: Angesichts der Krise räumen manche Politiker und, seltener, Manager Fehler ein. Mit gigantischen Summen versuchen die Regierungen, das Vertrauen zu erneuern. Ergibt das Sinn?
Beck: Am Beispiel des britischen Premierministers Gordon Brown kann man tatsächlich beobachten, dass sich ein dramatischer Sinneswandel vom Marktfetischismus zum Staatsoptimismus vollzieht. Mit ähnlicher Vehemenz, wie Brown früher für den freien Markt kämpfte, propagiert er nun seinen neuen Plan zur Rettung der Welt, dem sich alle anderen anschließen sollen. Ich frage mich: Wie glaubwürdig ist das?
Katastrophen werden immer gebraucht.
Gerade auch in einer Volkswirtschaft.
Der Hypotheken-Kredit-Tsunami in den Vereinigten Staaten von Amerika,
also in "Gods own country" war dringend nötig, nur schreibt darüber niemand darüber!
Wie sehr die US-Amerikaner den geplatzten Hypothen-Kredit-Ballon brauchten, zeigt eine Berechnung des Wirtschaftshistorikers Niall Ferguson, der sagte:
“Ohne die Impulse aus dem Hypothekargeschäft wäre das Wachstum in den USA bloss mit einem Prozent ausgefallen.”
Die Amerikaner werden jetzt sparen müssen, also kaum Geld für Konsum und Importe aus Europa haben. Kriege werden wohl auch die Europäer führen müssen.
Solche Geschichten sollten uns nicht wundern , wir machen doch immer alle mit, was uns die AMIS vorturnen.
Gruß an alle
der Kommunikaze, Brabbel
PS: Mein Posting wurde jetzt insgesamt auf deutschen Medienblogs dreimal gestrichen!