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<!DOCTYPE wml PUBLIC "-//WAPFORUM//DTD WML 1.1//EN" "http://www.wapforum.org/DTD/wml_1.1.xml">
<wml xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head><meta http-equiv="Content-Type" content="text/vnd.wap.wml;charset=ISO-8859-1"/></head><card id="main" title="KAYWA"><p><big>&#xAB;personalblog&#xBB; in der Balance</big><br/>Services for the Mobile Internet<br/></p><p><small>11.7.2007,&#xA0;08:00</small><br/><b><a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/z-diverses/wir-haben-es-geschafft.html">Siegestaumel und Nationalstolz</a></b></p><p>Der <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Nationalgef%C3%BChl">Nationalstolz</a>, das Label <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.swisslabel.ch/d/">"swiss made"</a> und das <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/perso.uni-lueneburg.de/index.php?id=142">"Wir-Gef&#xFC;hl"</a> kommt oft dann zum Vorschein, wenn besondere Leistungen im Sport, in der Forschungund Entwicklung oder sonst wie in Technik auszumachen sind. Spielt die Mannschaft von <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Kuhn">K&#xF6;bi Kuhn</a> einen Sieg nach Hause haben wir gewonnen, sonst h&#xE4;tte das Team verloren.
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</p><p>Tomi ist ein beseelter Schreiber. Urspr&#xFC;nglich in Ungarn aufgewachsen, wagte er 1956 die Flucht in den "Westen". Er geh&#xF6;rte einer Gruppe von Ungarn an, die damals zu den <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.pilatus-aircraft.com/html/de/company/index_100.asp?NavL1ID=23&#38;NavL2ID=99&#38;NavL3ID=0&#38;NavL4ID=0&#38;NavL5ID=0&#38;NavL6ID=0&#38;L=2">Pilatus-Flugzeugwerken</a> kamen. Sp&#xE4;ter trafen wir uns auf dem Flugplatz als Segelflieger und als Schlepp-Piloten. Wir pilotierten haupts&#xE4;chlich die <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.segelflugverein-bielefeld.de/cms/flugzeuge/segelflugzeuge/piper-pa18.html">Piper PA-18 / 150</a> auch -/125 als Schleppflugzeug. Eine Zeit lang arbeitet wir gar f&#xFC;r den gleichen Arbeitgeber - "Moritz" - auch Ungare und Flieger. Moritz ist wieder zur&#xFC;ck in Ungarn, wo er ganz in der N&#xE4;he seiner fr&#xFC;heren Heimat lebt. Und <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/ungarn/in-ungarn-laessts-sich-leben.html">es l&#xE4;sst sich leben dort</a>. Tomi hat zusammen mit seiner Frau Therese sechs Jahre lang Schiffer-Leben auf dem eigenen Segelschiff genossen, bis sich die beiden vor etwa einem Jahr in <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/La_Matanza_de_Acentejo">La Matanza</a>, Teneriffa nieder gelassen haben, um festen Boden unter den F&#xFC;ssen zu haben. Somit ist gekl&#xE4;rt, warum ihn Alinghi speziell interessiert. Matanza ist in der N&#xE4;he von <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.kanaren-virtuell.de/teneriffa_2/orte/orotava.htm">La Orotava</a>, wo es hervorragende Weine gibt. Aber lesen wir Tomis Beitrag:

... ist der Stolz jener, die sonst nichts haben, worauf sie stolz sein k&#xF6;nnten.
Hallo Freunde
In den letzten Tagen schwelgen wir in Siegestaumel und taumeln in Nationalstolz: <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/l023sys0.nzz.ch/2007/07/04/sp/articleFBFQ9.html">Alinghi</a> hat bewiesen, dass sie die &#xE4;lteste noch aktuelle Sporttrof&#xE4;e der Welt nicht zuf&#xE4;llig gewonnen hat, sondern sie auch verteidigen kann. 132 Jahre lang gewannen sie ausschliesslich US-Amerikaner und nach weiteren zwanzig Jahren, als erste und bis jetzt einzige Europ&#xE4;er, und noch dazu Binnenl&#xE4;nder, die Schweizer. Die erste Yacht, die sie &#xFC;berhaupt je gewann, hiess America und drum heisst diese h&#xE4;ssliche und urspr&#xFC;nglich sogar bodenlose Kanne <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/America%E2%80%99s_Cup">America's Cup</a>. Bodenlos ist sie seit einigen Jahren nur noch im &#xFC;bertragenen Sinne: pro Mannschaft, die sie zu gewinnen versucht, gehen etwa hundert Millionen Dollar rein. Obwohl die Akteure sich mit relativ bescheidenen Gagen zufrieden geben: ein Weltklasseskipper bekommt pro Jahr etwa soviel, wie ein halbblinder Aussenverteidiger einer drittklassigen italienischen Fussballmannschaft. Das benutzte Ger&#xE4;t kostet allerdings etwas mehr als ein Fussball...
Das Schiff muss in jenem Land gebaut werden, dessen Flagge sie tr&#xE4;gt, Alinghi ist also echt Made in Switzerland. <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.swissinfo.org/ger/magazin/detail/Hightech_made_in_Switzerland.html?siteSect=108&#38;sid=7976104&#38;cKey=1183116331000">Man spricht schon vom "Sauber-Effekt" im Wasser</a>. Wie schweizerisch ist aber Alinghi wirklich? Der einzige Schweizer an Bord war der Geldgeber Bertarelli. Immerhin bringt er nicht nur die Kohle, sondern segelt auch aktiv mit. Aber der Rest? Sie kommen aus verschiedenen L&#xE4;ndern, fast ein Drittel sogar aus Neuseeland. Mir fiel in diesem Zusammenhang aber die gute, alte <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Brown,_Boveri_&#38;_Cie">BBC</a> ein. Weder Brown, noch Boveri waren Schweizer. Meine Chefs da waren &#xD6;sterreicher, Deutsche, ein Ire, die Kollegen kamen aus f&#xFC;nfzig L&#xE4;ndern, Deutsche, Tschechen, Ungaren, Inder, Italiener, Holl&#xE4;nder, D&#xE4;nen... aber die BBC war so schweizerisch, schweizerischer geht nicht mehr. Die Neuseel&#xE4;nder Crew pocht darauf, dass sie "echt" ist! Wer ist aber ein echter Neuseel&#xE4;nder? Die <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/images.google.ch/images?q=Maori&#38;ndsp=20&#38;svnum=10&#38;um=1&#38;hl=de&#38;lr=lang_de&#38;start=0&#38;sa=N">Maoris</a>. Der Rest sind nur eingewanderte Abenteurer. Wer ist ein echter Amerikaner? Die paar &#xFC;briggelassenen Indianer, die weder politisch, noch wirtschaftlich, noch kulturell eine Rolle spielen, der Rest sind gewissenlose Eroberer, Abenteurer, Verfolgte und Hungernde aus aller Welt oder eingeschleppte Afrikaner. Nationalit&#xE4;t ist keine Frage der Rasse, sondern der Idee, des Geistes. Also bin ich, hergelaufener Ungare (mit Schweizer Pass, der auf Teneriffa lebt), und trotzdem stolz auf "unsere" Alinghi!
Der letzte Lauf war so dramatisch, so knapp, dass kaum ein Roman- oder Drehbuchautor sich getraut h&#xE4;tte, so eine Story zu verkaufen. Vor der ersten Wendeboje f&#xFC;hrten knapp die Neuseel&#xE4;nder, die Schweizer hatten aber Vortritt und konnten sie austricksen. Vor der dritten und letzten Wendeboje die gleiche Situation. (Wer Vortritt hat, ist nat&#xFC;rlich nicht gottgegeben, beide versuchen, die bessere Seite zu halten). Die Neuseel&#xE4;nder hatten die Wahl, sich z&#xE4;hneknirschend wieder hinter Alinghi einzuordnen oder aber zu versuchen, doch ganz knapp vor ihnen zu wenden. Sie probierten es und es misslang: Alinghi, vortrittsberechtigt, musste ausweichen (Rammen w&#xE4;re selbst in einer Regatta keine Alternative), protestierte und bekam Recht: die Neuseel&#xE4;nder mussten noch einen Strafkringel fahren, eine sonst nicht erforderliche Kurs&#xE4;nderung von 270 Grad. (Was bei uns Zuschauern ohne Regattaerfahrung zun&#xE4;chst zu etwas Verwirrung gef&#xFC;hrt hat, ein Vollkreis w&#xE4;re ja 360 Grad. Dann kam ich aber doch noch drauf: Wenden oder Halsen muss man sowieso mal, das ist eine Richtungs&#xE4;nderung von etwa 90 Grad, die Strafe ist also der zus&#xE4;tzliche Dreiviertelkreis.)
Letzter, vierter leg, beide Boote unter Spinnaker, Alinghi f&#xFC;hrt um mehr als hundert Meter, die Sache scheint gefressen, die <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Kiwis">Kiwis</a> m&#xFC;ssen ja auch noch ihren Strafkringel fahren. Weil man unter Spinnaker aber keinen Vollkreis fahren kann, fangen sie schon mal an, den <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Spinnaker">Spi</a> gegen die <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Genua_(Segel)">Genua</a> zu tauschen. Und das wird pl&#xF6;tzlich zu einem Riesenvorteil! Was es noch nie gegeben hat, was nie vorkommt! Schliesslich arbeiten eine Schar Spitzenmeteorologen f&#xFC;r die Wettkampfleitung und nochmals je einige f&#xFC;r die einzelnen Crews! Stellt der Wind 500 Meter vor dem Ziel ab und kommt pl&#xF6;tzlich statt mit 15 Knoten von hinten mit f&#xFC;nf Knoten von vorne. Ein Wind pl&#xF6;tzlich aus der verkehrten Richtung in &#xFC;ber 500 Quadratmeter Tuch! Ein Viertel gr&#xF6;sser als unser Grundst&#xFC;ck in Wettingen! Das wirkt wie eine Bombenexplosion. An Bord von Alinghi herrscht sekundenlang absolutes Chaos, sie b&#xE4;ndigen aber Spi und Spibaum, setzen blitzartig die Genua, derweil aber die Kiwis, schon unter Genua, sie einholen! Alinghi steht oder segelt kurz r&#xFC;ckw&#xE4;rts! Die Kiwis &#xFC;berholen, m&#xFC;ssen aber noch ihren Strafkringel fahren, w&#xE4;hrend dem Alinghi wieder Fahrt aufnimmt und die Ziellinie ein oder zwei Sekunden vor den Neuseel&#xE4;ndern &#xFC;berquert. Wahnsinn!
In unserem Hause spielte sich eine halbe Stunde vorher auch ein Drama ab: das spanische Fernsehen schaltete pl&#xF6;tzlich von <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Valencia">Valencia</a> nach Madrid um, in eine anscheinend noch wichtigere Direkt&#xFC;bertragung aus dem Parlament. Zum Gl&#xFC;ck fanden wir bald irgend einen deutschen Sender, der die Regatta auch direkt &#xFC;bertrug. Ph&#xFC;!
In Wirlichkeit entschieden diese ein, zwei Sekunden nur den letzten Lauf, nicht den ganzen Cup: Alinghi f&#xFC;hrte ja 4:2, da h&#xE4;tten die Neuseel&#xE4;nder dreimal hintereinander gewinnen m&#xFC;ssen. (Wer zuerst f&#xFC;nfmal gewinnt, ist Sieger, egal, ob 5:0 oder 5:4.) Was die Sache aber sch&#xF6;n und spannend machte, war, dass beide Schiffe und Crews praktisch ebenb&#xFC;rtig waren. Und es war selbstredend, dass die etwa 80 tausend Zuschauer es nie n&#xF6;tig fanden, ihre Freude oder &#xC4;rger durch Schl&#xE4;gereien oder Vandalismus auszudr&#xFC;cken. Es waren je einige Tausend Neuseel&#xE4;nder und Schweizer anwesend. Trafen sie sich irgendwo, wechselten sie freundliche Worte, klopften sich gegenseitig auf die Schulter. Der einzige, der uns mal ge&#xE4;rgert hat, war ein spanischer Berichterstatter, der sagte, man treffe nat&#xFC;rlich sowohl viele Schweizer als auch Neuseel&#xE4;nder dieser Tage in Valencia, die Schweizer ruhig und besonnen, man merke eben, dass das alles Reiche seien, w&#xE4;hrend die Neuseel&#xE4;nder laut singend, mit der Weinflasche in der Hand, wie halt frisch aus dem Dschungel w&#xE4;ren. Ich h&#xE4;tte den Idioten gerne gefragt, wann er denn seinen n&#xE4;chsten <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Stierkampf">Stier abzumurksen</a> gedenkt, <a href="http://personalblog.kaywa.com/mobile/exturl/http/de.wikipedia.org/wiki/Flamenco">flamenco</a>tanzend.
Im &#xFC;brigen wird heute unser Dachk&#xE4;nnel montiert. Sowas Dekadentes haben hier nur einige der reichsten Schweizer.
Gruss, Thomas

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