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Es scheint, dass die Materie Pensionskasse für viele Menschen, auch für solche die Verantwortung zu tragen hätten, ebenso schwierig ist, wie für die Politiker. Aber es gibt einige, die genau verstehen, um was es geht! Wenn es nämlich in regelmässigen Abständen gelingt, Sozialkapital für das "Kapital" abzuzweigen, kann dies nur deswegen geschehen, weil die "Abzweiger" den Überblick haben. Ergo könnten sich die Strategen ebenfalls die Übersicht verschaffen. Die "Abzweiger"werden ihre Lobby einsetzen bis hin in die Wandelhallen des Bundeshauses um Szenarien herauf zu beschwören, welche die Politiker zum Handeln veranlassen. Zum Handeln nach Vorstellung der "Abzweiger", notabene! Auf diese Weise wird schliesslich kräftig zugelangt und niemand wehrt sich für die eigentliche Sache und die Versicherten. Am Ende des Zirkus wird man die Misere der allgemeinen und speziellen Entwicklung auf den Finanzmärkten in die Schuhe schieben und die nächste Runde kann nach gleichem Muster beginnen...

28. April 2008, 13:41, gesehen bei SF, Tagesschau

(...) Pensionskassen starten miserabel, schlechtestes Quartalsergebnis seit Jahren
Die Schweizer Pensionskassen haben in den ersten drei Monaten 2008 eines der schlechtesten Quartale der letzten Jahre erlebt. Der Credit Suisse Pensionskassenindex zeigt einen Rückgang der verwalteten Vermögen um 5,6 Prozent.

Besonders schwach fiel dabei der Januar mit einem Indexrückgang um 3,37 Prozent aus, wie die Credit Suisse (CS) mitteilte. Schon in den letzten beiden Quartalen 2007 hatte der Index wegen der schlechten Entwicklung auf den Finanzmärkten eine negative Rendite auf den Pensionskassenvermögen aufgezeigt. Hochgerechnet 35 Mrd. Fr. Verlust!

Würde die Entwicklung des Indexes auf die gesamten von Schweizer Pensionskassen verwalteten Vermögen hochgerechnet, so würde eine Abnahme um rund 35 Mrd. auf 595 Mrd. Fr. resultieren. Der Pensionskassenindex der CS erfasst die bei der Grossbank verwalteten Pensionskassenvermögen von rund 100 Mrd. Fr.

(sda/fasc)

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Man komme jetzt nicht und erzähle, niemand hätte eine Ahnung gehabt...

Pensionskassen und Risikokapital. Zwang

(...) Nun entspricht die Kommissionsmotion ein bisschen dem mainstream of opinion, der gängigen Meinung, die vor allem von der Börse kommt, von Bankenkreisen, die natürlich von den Courtagegeschäften auch profitieren...

... Sie wissen alle aus der Presse, wie stark heute die Börse aufgebläht ist. Von Anfang 1991 bis Mai dieses Jahres hat der Börsenwert aller Schweizer Aktien, die Börsenkapitalisierung, um 500 Milliarden Franken zugenommen, ohne eigentlich einen Gegenwert zu schaffen. Das heisst, es ist eine Finanzblase geschaffen worden, und früher oder später wird das zu Wertberichtigungen kommen. Mehr bei parlament.ch: Nationalrat: Sommersession 1997 97.3004 (Rudolf Strahm zu Kommissionsmotion 97.3001)

 

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"(...)...Der weiter gesunkene Deckungsgrad reduziert die Risikofähigkeit nochmals, was tendenziell dazu führen wird, dass die Aktienquoten erneut heruntergefahren werden, obwohl das Gesetz - eben wegen der Langfristigkeit des Konzeptes - solche Unterdeckungen grundsätzlich zulässt. Dann könnten die Aktienmärkte in einen ähnlichen Strudel geraten wie 2002, als in ganz Europa die Versicherungen allein wegen ihrer Buchführungsprinzipien die Aktienquoten praktisch auf Null reduzieren mussten und damit den Aktien-Crash erst wirklich auslösten.

 

Wider Asymmetrien in der PK-Bilanz

Schon der Aktien-Crash vom Jahr 1987 wurde durch Portfolio-Insurance-Strategien ausgelöst, damals durch Fondsprodukte. Vor drei Jahren waren es die Accounting-Rules der Versicherer, und nun läuft man mit einer systemwidrig kurzfristigen und inkonsistenten Betrachtung der Aktivseite von Pensionskassen-Bilanzen schnurgerade in die gleiche Richtung. Es geht nicht darum, modernen Konzepten der Buchführung entgegenzutreten. Das BVG ist aber ein langfristiges Rentenkonzept. Warum müssen wir das System dadurch gefährden, dass auf der Aktivseite die kurzfristigen Verwerfungen aller möglichen Finanzmarktpreise abgebildet werden, und sie damit automatisch auf den Deckungsgrad übertragen, wo doch kurzfristige Entwicklungen eigentlich nicht interessieren sollten? Kein Mensch denkt ja ernsthaft daran, dass plötzlich alle Pensionskassen an irgendeinem imaginären 31. Dezember plötzlich alle ihre Verpflichtungen bedienen müssen. Eine gelegentliche Rückbesinnung auf den langfristigen Charakter der Altersvorsorge tut not, gerade in einer Zeit, in welcher kurzfristiges Denken Überhand nimmt. Mehr von Erwin W. Heri und Daniel Thomann in ...Langfrist-Strategie contra Kurzfrist-Psychose...

Pensionskassen-Strategien sollte man weder Politikern noch Interessenvertretern in erster Priorität anvertrauen. Diese kennen nämlich vor allem den Weg der einfachen Antworten. Pensionskassen weisen aber einen langfristigen Charakter auf. Dieser verlangt daher den Weg komplexer Antworten. Somit geht schon die Fragestellung diametral auseinander.
Es mutet seltsam an, dass sich niemand an den Löhnen und Boni der Top- Managern und
Finanzspezialisten "vergreift". Im Gegenteil: Es entsteht der Eindruck, dass diese umso mehr belohnt werden, desto höher der durch sie angerichtet Schaden ist. Das ist doch gegen alle "Regeln" des Marktes!
Etwas unkonventionell, auch nicht nach den Regeln des Marktes gedacht: Würden alle Lohnbestandteile, die über einer Million Franken liegen kapitalisiert, könnte genügend Risikokapital in Form von Venture-Capital zur Verfügung gestellt werden, um dringende Projekte z.B. für erneuerbare Energie, Aufforstung, Hochwasserschutz usw. sowie in Forschung und Entwicklung zu realisieren. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen würde auch ein gewaltiger Image-Nutzen resultieren.