Wir haben alle an der Schöpfung teil,
Wir alle sind Könige, Dichter, Musiker...
Man braucht uns nur wie Lotosblumen zu öffnen,
um zu entdecken, was in uns liegt
Henry Miller
Moral ist eine Erfindung als Machtmittel der Herrschenden in einer Gesellschaft. Wenige bestimmen darüber, was mehrere zu tun haben. Damit sind sie berechenbar. Moral ist das, was man in der Kindheit (als Mittel zum Zweck) eingeimpft bekommen hat (aufgezwungene, konfessionelle Gebote). „Du sollst nicht...“, „ Du darfst nicht...“ ... "Gehirnpicker" („Eltern-Ich“), Laufhilfen für moralische "Gofen" – obrigkeitsgläubige Moral, die allerdings mit dem Gewissen nichts gemein hat.

  • Wer meint, Moral diene der Selbsterhaltung, der versucht die Rücksichtslosigkeit mittels dem „Recht des Stärkeren“ zu legitimieren (faschistische Moral)!
  • Wer meint, Moral diene der sozialen Arterhaltung, der vernachlässigt, dass Zweckinteressen nicht die Basis eines objektiven, ethischen Gewissens sind. (kommunistische Ideologie)
  • Wer glaubt, Moral sei vererbt, versucht diese zu objektivieren um der vermuteten objektiven Ethik einen Anstrich zu geben.
  • Wenn nihilistische Antimoral annimmt, diese bestehe nur aus subjektiven, willkürlichen Verhaltensregeln, dann ignoriert sie die „übliche Moral“ und das und das objektive Gewissen.
  • Wer meint, das Verhalten sei das Ergebnis unwillkürlicher Aneinanderreihung von Reaktionen wie nach einem Kausalgesetz, der erklärt jede Moral und jede Ethik als nicht notwendig.
  • Würde eine Moral ohne jeglichen Missbrauch allein auf das gesetzmässige Gewissen beschränken, dann wären moralische Empfehlungen nützliche Wegweiser zu einem guten Leben.
Man kann die Begründung für ethisches Verhalten in einem natürlichen, innewohnenden "Gespür" bzw. Gefühl sehen. Jeder normale Mensch hat es. Es strebt nach harmonischem Ausgleich, ähnlich wie der Aufrichtmechanismus den künstlichen Horizont, ein äusserst wichtiges Fluginstrument, stabilisiert dami der Pilot das Flugzeug ohne Sicht in der Normallage halten kann. Oder etwas einfacher, ähnlich wie ein Danfossventil, welches die Temperatur der Radiatoren automatisch regelt. Um einen anderen Menschen nicht zu töten, braucht es für as einzelne Individuum weder ein Gesetz, noch ein (moralisches) Gebot! Gesetze braucht es allerdings für die nicht normalen Menschen. Wie lebt es sich denn ohne konfessionelles Korsett und gesellschaftlicher Moral? Was soll erfüllt sein, damit man leben kann, um sich wohl zu fühlen? Eine mögliche Antwort liegt in dem was folgt:

Die inneren Gefühle im Lot und in der Balance
  • Innerlich frei von Zwängen (politisch, parteilich, konfessionell, ideologisch, gesellschaftlich....), frei von Konventionen, frei von äusserem materiellen Wert, frei von missbrauchter Moral, unabhängig, frei in der Entscheidung, das zu wählen, was für sich am besten ist und am meisten Spass macht. Neben Wünschen und Ansprüchen kann man auch verzichten.
  • Vertrauen in sich und seine Kraft und Fähigkeiten. Man strenge sich an um das leisten zu können was man möchte.
  • Respekt, Achtung vor sich selber. Sich so verhalten und so handeln, dass es der ehrlichen Überzeugung entspricht (nach meinem besten Wissen und Gewissen). So fühlt man sich echt.
  • Innerlich Zufrieden durch eigene Autonomie. Es genügt, was die Situation und was die Beziehung zu bieten hat. Fordern, verzichten oder hergeben wie es die Situation verlangt. Man ordnet sich ein, jedoch nicht unter, ist bescheiden, friedliebend und fürsorgend. Man lebt nicht in der Leere; lebt in der Gegenwart und respektiert die Realität
Daraus ergeben sich:

1. Gerecht sein verlangt Entscheidungen nach eigener Überzeugung und bescheidene Einordnung in die Möglichkeiten. Ernsthaftigkeit ist die Folge
2. Aufgeschlossen sein bedeutet, gesundes Selbstvertrauen zu haben und sich frei und unabhängig zu fühlen. Heiterkeit ist das Ergebnis.
3. Toleranz will, dass man sich bescheiden einordnet, frei und unabhängig ist. So ist man unbelastet.
4. Verantwortung erwartet Entscheidungen aus ehrlicher Überzeugung und Selbstvertrauen. Selbstsicherheit ist das Resultat.
5. Aufrichtigkeit setzt Unabhängigkeit und ehrliche Überzeugung voraus. Selbständigkeit ist "Ich-Norm"
6. Gütiges Wohl-wollen setzt Bescheidenheit und Selbstvertrauen voraus. So kann man Zufriedenheit erfahren.
Wer an einem Ethikseminar teilnimmt und später als "Hausbanker im Investmentbereich" den Kunden den Wölfen zum Frass vorwirft, der verwechselt Ethik mit Ideologie und Machtgebahren.