Nationalfeiertag

Bundesrat Merz hat seinen Hirtenbrief (in Anlehnung an das Hirtenwort der katholischen Kirche, siehe Wikipedia) verlesen.
(...) In unserem Land sind die Menschen und der Staat gut auf schwierige Wechselfälle vorbereitet. Darauf dürfen wir stolz sein. Wir können in herausfordernden Situationen nicht nur auf den Staat, sondern auch auf vielseitige private, nachbarschaftliche und freundschaftliche Hilfe zählen. Doch dürfen wir diese Institutionen nicht überfordern. Daher kommt Selbsthilfe vor Fremdhilfe, und wir alle sind aufgefordert, unseren Beitrag an unsere Gemeinschaft zu leisten. Mehr...

Selbsthilfe vor Fremdhilfe lautet die Botschaft. Fromme Worte. Die Selbsthilfe ist im überregulierten Staat ein Fremdwort geworden. Wenn wir von den Existenzminima der KOF ausgehen, gibt es viele Menschen, die auf Hilfe angewisen sind.

Es gibt das betreibungsrechtliche Minimum und das Existenzminimum der Sozialhilfe nach SKOS-Richtlinien.

Jahre lang wurde die IV für personalpolitische Massnahmen und für falsche Entwicklungshilfe missbraucht. Arbeitgeber haben via Arzt ihre älteren, leistungsschwächeren Mitarbeiter via IV in die Frühpension geschickt. Selbst Bundesbetriebe haben dies in "sozialer Weitsicht" intensiv gepflegt. Dann wurden unzählige Ausländer, die hier ihr Einkommen hatten via IV ins Ausland abgeschoben (La Suisse existe!). Dort könnte man mit der IV-Rente wegen des Währungsunterschiedes wie "Minister" leben, wie mir jemand selber gesagt hat! Heute muss die IV saniert werden. Und die Hürde, an einen IV-Rente zu kommen ist für den "Normalsterblichen" unüberwindbar geworden. "Wollte ich eine IV-Rente anmelden, müsste ich einen Juristen beiziehen. Leider kann ich mir das nicht leisten. Und das Sozialamt macht das nötige Kleingeld dafür nicht locker. Vielleicht müsste ich in Belgrad nachfragen, wie vorzugehen wäre...", so ein anderer Bekannter, der gesundheitlich derart angeschlagen ist, dass er ein sicherer "IV-Fall" wäre! Wenn die Selbsthilfe über das Juristenfutter gehen muss, stimmt etwas nicht in diesem Staat. Und Selbsthilfe zu verlangen, um den Staat , die Arbeitgeber und die Sozialversicherungen von der Fürsorge- bzw. Leistungspflicht zu schonen, geziemt sich für eines der reichsten Länder der Welt schlecht.

Und die Umverteilung des privaten Vermögens zum Sozialstaat geziemt sich für dieses reiche Land schlecht! Der Verzehr der Eigenmittel bis Fr 20'00.- / 40'000.- (alleistehend/verheiratet) müsste längst an die Teuerung angepasst werden. Warum soll jemand, der sein Leben lang hart gearbeitet, bescheiden gelebt und auch gespart hat, seine Errungenschaft dem Staat überlassen müssen, wie jener, der sein Geld dauernd aufgebraucht hat, in Saus und Braus gelebt hat oder allenfalls schon von der Sozialhilfe gelebt hat? Da hat jemand ein falsches Verständnis für "Solidarität"! Wir wissen, dass zur Zeit, als in der Schweiz noch Kinderarbeit in den Fabriken Gang und Gäbe war, grosse Vermögen angehäuft wurden, die sich heute noch selber vermehren. Misst man mit ungleichen Ellen?

Es ist schon fast logisch, dass der Bedarf an Hilfe wächst. Wenn in einem Hochlohnland die Landwirtschaft zu Weltmarktpreisen produzieren sollte, müsste es eine einheitliche Weltwährung geben, um nicht Birnen und Äpfel zu vergleichen. Nachher würde man die uneinheitliche Leistungsfähigkeit zum Solidaritätsobjekt machen. Anstatt im Inland Selbsthilfe zu predigen, sollte dies ans Ausland gerichtet werden. Das Schweizer Volk hat sich aus der Armut befreit. Harte Arbeit, Entbehrung, Zuverlässigkeit ein gesundes Selbstvertrauen und wo möglich auch einige glückliche Umstände mögen dazu beigetragen haben. Etwas, was andere auch können sollten. Die Globalisierung und ihre Folgen können wir nicht mit Selbsthilfe alleine abfedern. Ebenso wenig, die Auswirkungen der Politik der USA, die darauf abzieht, auf Kosten der übrigen Welt zu profitieren. Mehr in Die Zeit: ...Amerika will Ihr Geld...

"(...) US-Haushalte haben in den ersten sechs Monaten diesen Jahres (2003!) neue Hypotheken im Wert von 723 Milliarden Dollar aufgenommen. Die Zuwachsrate der Schulden hat sich gegenüber dem Jahr 2000 verdoppelt. Die jetzige Verschuldung durch Hypotheken in den USA beläuft sich auf knapp 5 Billionen Dollar, doppelt soviel wie 1996. Sie ist viel schneller gewachsen als das Pro-Kopf-Einkommen.

Die 20-Billionen-Dollar-Schuldenblase

Es gibt keine Erholung in den USA, sondern bloss einen mit Schulden finanzierten Kaufboom, der durch die neue Häuserkaufexplosion zustande kommt. Wenn wir die Millionen amerikanischer Familien einbeziehen, die sich dazu entschliessen, zur Bank zu gehen, um ihre alten Hypotheken zu refinanzieren sowie eine neue Hypothek aufzunehmen, erwartet die Mortgage Bankers Association (Hypothekarbankenvereinigung) für dieses Jahr einen Rekord von 3,3 Billionen Dollar Hypothekenanleihen. Das übersteigt den letztjährigen Rekord von 2,5 Billionen bei weitem. ... Mehr in Geopolitics-Geoeconomics:... Greenspan: ...Die Verschuldungesgefahren des Dollarsystems...

Der Staat soll gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen. Niur eine gute Wirtschaft kann z.B. auch Renten erwirtschaften. Doch der Staat muss auch Rahmenbedingungen für sein Volk schaffen. Ohne gute Arbeitskräfte kommt die Wirtschaft nicht aus. Zu den guten Rahmenbedingeungen für das Volk gehört auch die soziale Wohlfahrt und ein gut funktionierender Sozialstaat. Den Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen ersten August.
Die drei Eidgenossen beim Schwur auf dem Rütli, Johann Heinrich Füssli, 1780
(Quelle: Wikipedia)
Der Rütlischwur mag ein Mythos sein. Ein schöner Mythos, von dem man sich leiten darf. In Flüelen steht eine markante Eisneplatik als Schwur-Skulptur.
"(...) Werner Stauffacher stellte die letzte Frage: " Wollt ihr den Kampf gegen die Vögte und ihren Anhang wagen ?" Wie aus einem Munde kam die Antwort: " Wir wollen es wagen, so Gott uns helfen wird !"


Dinge, die die Welt nicht braucht

18.07.2008; gesehen im Blog von Rolotec, Verfasser: Hans Fischer

Weekend-Spezial - Dinge, die die Welt nicht braucht

Heute mit den Phone Fingers, erhältlich in den Grössen small, medium, large und extra large, 10 Stk. für € 9.90, gegen Fingerspuren auf den Touchscreens.

Versöhnlicherweise machen wir heute eine Ausnahme und erklären das Gadget für iPhone-Besitzer(innen) mit langen Fingernägeln als brauchbar. Ohne Phone Fingers wollen Touch Screens und lange Fingernägel im Handling nämlich überhaupt nicht harmonieren. No joke.

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(Bildquelle: phonefingers.com