Internet verursacht viel CO2

Berlin. "Der Stromverbrauch für den Betrieb des des Internets verursacht inzwischen einen ebenso hohen CO2-Ausstoss wie der weltweite Flugverkehr..."

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Patchworker im Nachteil

Die Tradition: Alters-, Hinterbliebenen- und Invalidenversicherung in der Schweiz bestehen aus einem Drei-Säulen-Prinzip. Nicht allen Mitarbeitenden stehen die drei Säulen zur Verfügung. Und die Finanzierung der Sozialwerke wird je länger, desto anspruchsvoller, weil schon längst Handlungsbedarf angesagt wäre.

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Steuerwettbewerb

Obwalden führt als erster Kanton Flat Rate Tax ein

Als erster Kanton führt Obwalden im nächsten Jahr die so genannte Flat Rate Tax ein - ein einheitlicher Steuertarif für alle Einkommen. Die Vorlage bedarf noch einer zweiten Lesung im Kantonsrat und muss vom Volk am 16. Dezember abgesegnet werden. Mehr zur FTR siehe unter www.flattax.ch/

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Ethische Normen

Manager haben die Ethik entdeckt. Viele nehmen an entsprechenden Fortbildungen teil, einige mit der Betonung auf "Fort", zum Zeitvertreib, andere dagegen auf "Bildung". Dient die erworbene Erkenntnis einem besseren Handeln oder stellt sie einen Mosaikstein zur Gewinnmaximierung dar?

Ethik ist in Mode. Aber sie ist auch notwendig. Für den Einzelnen, wie für die Unternehmen. Produkte und Dienstleistungen mit sozial-verantwortlichem Image verkaufen sich immer besser.

Die Wahrnehmung ethischer Aspekte mag in Mode sein. Ethik ist keine Mode. Die Notwendigkeit ist unbestritten, aber nicht um sich besser zu verkaufen. Es geht um mehr als nur um Schlangenfängerei!

Unternehmen, die sich als ethisch präsentieren, haben die besseren Chancen, die dringend gesuchten High-Potentials zu rekrutieren.

 

Ethik als Mittel zum Zweck? Wie bringen High-Potentials das ökonomische Prinzip und die Ethik unter einen Hut? Etwa wenn eine Grossbank ihren eigenen Kunden verhökert, oder wenn Entlassungen zu höheren Aktienkursen führen soll?

 

"Mit einem eigentlichen Doppelspiel hat die Zürcher Kantonalbank (ZBK) ihren Ruf in den letzten Wochen arg ramponiert. Wegen ihrer Options-Geschäfte setzte sie sich dem Verdacht aus, ausländischen Investoren zum Einstieg bei Schweizer Traditionskonzernen zu verhelfen. Gleichzeitig war sie - wie im Fall Sulzer - die Hausbank des betroffenen Unternehmens". (NZZ, 27. 04. 07).

Doch wo Ethik drauf steht, ist nicht immer Ethik drin. Ein solides Grundwissen über ethische Modelle ist deshalb wichtig, auch für die Unterscheidung der eigenen Handlungsmotivationen

"Das Streben nach Harmonie äussert sich auch als Wille, mit gutem Gewissen zu handeln. Es bedeutet, gegen sich selbst die Achtung (Selbstachtung) und gegenüber anderen den Anstand und die "Gerechtigkeit" zu wahren".
So überzeugend diese Ethikmodelle argumentativ auch sind, sie bleiben unerhört; sie werden von unserer Gesellschaft konsequent übergangen. Es liegt auf der Hand, warum das der Fall ist. Um es mit Leonard Nelsons Worten zu sagen: "Die Welt wird sich nie nach dem richten, was in den Büchern steht, und wenn es tausendmal wissenschaftlich begründet ist. Nicht die Theorie bestimmt die Praxis, sondern die Macht der für oder gegen eine Sache sich einsetzenden Interessen.

 

Auch wenn die Theorie nicht die Praxis bestimmt, sie kann Weg weisenden Einfluss darauf nehmen. Eine Vertiefung in die Thematik ist für gewisse Berufsgruppen heute nicht mehr wegdenkbar, für andere empfehlenswert.

Fachpersonen des Sozial- und Gesundheitswesens sind täglich gezwungen, für andere Menschen weit reichende Entscheidungen zu treffen und zu vertreten. Neben professionsspezifischem Fachwissen gewinnt die ethische Reflexions- und Entscheidungskompetenz zunehmend an Bedeutung. Professionelle der Sozialen Arbeit, der Pflege, Medizin, Psychologie und weiterer Berufsgruppen sind vermehrt aufgefordert, ihre Entscheidungen ethisch zu begründen.
Ethische Entscheidungsfindung in Organisation und Gesellschaft wird z.B. an der FH Nordwestschweiz, Olten, gelehrt

Als persönliche Bereicherung zum Thema empfiehlt sich Prof. Dr. Max Lüscher mit den Themen:

  • Ethik, logische Begründung der ethischen Normen unter Lüscher-Colord-Diagnostic
  • "Das Harmoniegesetz in uns" (7. Auflage ECON-Verlag, München).
  • "Der 4-Farben-Mensch" (Mosaik bei Goldmann)

Arbeitnehmer ausgetrickst?

Die Globalisierung (-stendenzen), die Veränderung in der politischen Landschaft und der Kampf um die natürlichen Resssourcen als geoploitischer Faktor dringen langsam durch. Es wird Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt geben und veränderte Anforderungen an die Arbeitnehmenden nach sich ziehen.

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Selbstbedienungsladen Gesundheitswesen?

....es ist ein endloses Thema. Obwohl wir Schweizer ständig jammern, haben wir immer noch eines der besten Gesundheits-Systeme der Welt!

Die Schweiz leistet sich nach den USA das zweit teuerste Gesundheitswesen. Man sagt, der Kanton Bern alleine verfüge über mehr Spitäler als ganze Land Schweden. Man denke an die weiteren 25 Kantone.

Schweden hat ein teures Sozialsystem, die Behandlung ist nicht dem Schweizerischen Standard entsprechend. Die Fokussierung ist durch die Geographie gegeben. Die Schweiz kann durchaus mehr Spitäler haben, wenn sich diese als Unit zusammenschliessen und Arbeitsteilung betreiben. Es ist aber wie bei den Bauern, einige sind etwas einfallslos und machen auf Allgemeinkost

Je nach Gesichtspunkt scheint Schwedens Gesundheitswesen doch einige nachahmenswerte Aspekte aufzuweisen. Ausnahmsweise gilt: Mehr Staat, mehr Effizienz.

Bundesrat Couchepin liess sich vom schwedischen Modell nicht überzeugen: «Mir missfällt die Idee, dass ein Beamter am Morgen aufsteht und überlegt, was er zur Verbesserung meines Lebens tun könnte.»

In Finnland sei das Gesundheitswesen kostengünstiger und die Volksgesundheit dennoch nicht schlechter. Man könnte vielleicht davon lernen.

Alle in Finnland registrierten Bürger sind durch die staatliche Sozialversicherungsanstalt krankenversichert. In den Gesundheitszentren wird im Normallfall eine Gebühr von je 10 Euro für die ersten drei Termine im Kalenderjahr berechnet. Für die Aufnahme in eines der überwiegend vom Staat betriebenen Krankenhäuser ist eine überweisung vom Arzt notwendig. Für die Behandlung, Therapien, Mahlzeiten, Konsultationen, Medikamente fallen Gebühren an. Begibt man sich bei privaten ärzten in Behandlung werden die Kosten nur teilweise erstattet. Zahnbehandlungen werden von der Versicherung nur beglichen, wenn der Patient nach 1955 geboren ist. Für Brillen muß man alleine aufkommen. Die Zahlung der Beiträge zur Krankenversicherung erfolgt über den Arbeitgeber.Nach dem Krankenversicherungsgesetz wird für die Dauer von 10 Monaten ein sogenanntes Elterngeld gezahlt. Meist sind es noch die Mütter, die zu Hause bleiben. Aber der Ministerpräsident Paavo Liponen war nicht der einzige Vater, der die Elternferien in Anspruch genommen hat, um seinen Nachwuchs hautnah aufwachsen zu sehen.
Pro 1.000 Einwohner gibt es in Finnland 9 Krankenhausbetten. Ein Arzt hat ca. 327 Menschen zu betreuen.

In der Effizienz des Gesundheitswesens ist Finnland ein Entwicklungsland. Kein Geringerer als die WHO kam im August 2001 zu diesem Schluß. Nach deren Untersuchungen liegt Finnland in dieser Frage an 44. Stelle der Länderwertung. Die meisten Todesfälle in Finnland treten durch Herzkrankheiten, Erkrankungen der Atemwege, Magen-und Darmkrankheiten und durch Krebs auf.

Die Medikamente sind in der Schweiz im Vergleich zum Ausland wesentlich teurer. Es wurde schon vorgeschoben, dass die Packungsbeilage mehrsprachig sein müsse. Allerdings wird eine solche Packungsbeilage und das separate Einpacken den Verkaufspreis kaum echt beeinflussen. Der Mehrpreis dürfte sich im einstelligen Rappenbereich bewegen. Für das Hochpreisland Schweiz machen die Hersteller eben Hochpreise. Das hat der schlaue Kritiker doch schon längst bemerkt. Der Ständerat verschärft daher die Medikamentenpreiskontrolle. Der Preis bleibt am Schluss "politisch", aber alle reden von mehr Markt!

Der Preisüberwacher hält viele Medikamente für unnötig. Ergo wären weniger Produkte in grösseren Stückzahlen zu erwarten, was sich wieder auf die Preise günstig auswirken würde.

Den Parallelimporten wurde der Riegel geschoben. Die Pharmaindustrie hat klare Signale gesetzt: man könne Forschung auch im Ausland betreiben! Es wird mit schwindenden Arbeitskräften gedroht. Das ist aber nur die eine Seite. Der Bundesrat ist gegen den Parallelimport. Dem Patentschutz wird für den Forschungs- und Entwicklungsstandort die grössere Priorität eingeräumt.

Man kann doch heute mit einfachen Massnahmen ein bisheriges Medikament marginal verändern, um es neu auf den Markt zu bringen um, z.B. höhere Preis zu erzielen, weil es sich dann nicht mehr um ein Generikum handelt.

In Ländern wie den USA haben Unternehmen alte Medikamente leicht verändert und wieder patentiert, um ihr Monopol zu verlängern und so Generika vom Markt fernzuhalten.

Ein Generikum ist ein identisches Medikament, das einfach nachsynthetisiert ist. Da muss die Reinheit, Qualität und der Prozess sauber nachgewiesen werden können. Die Generika sind billiger weil es keine Forschung braucht. Es werden einfach gut laufenden Produkte kopiert. Generika brauchen keine Innovation und bringen keinen Fortschritt, sparen dem Konsumenten jedoch zT. viel Geld.
China fälscht viele Produkte und zerstört dadurch teilweise den Markt, da es sich für eine Herstellerfirma nicht mehr lohnt zu forschen und zu entwickeln. Wenn dieser Trend überhand nimmt, wird es keine neuen Produkte mehr geben.
Wenn ein bisheriges Medikament marginal verändern werden soll, um so neu den alten Preis durch patentgeschütztes Neuprodukt aufrecht zu erhalten, dann muss man berücksichtigen, dass das Neuprodukt nicht durch das ältere patentrechtlich schon beschrieben ist. Das Neuprodukt muss, weil es eben abgeändert wurde, auf Sicherheit und Wirksamkeit alle typischen klinischen Studien durchlaufen. Das kostet den Hersteller relativ viel Geld. Zudem wird ein beinahe identisches Produkt den Markt nur aufteilen. Es lässt ja die Möglichkeit offen, ein Generikum für das erste Produkt herzustellen. Dadurch lohnt es sich nur, wenn das Neuprodukt einen Vorteil hat.
Meist stoppen die Firmen die Forschung bei der Patentierung ja nicht, sondern versuchen das ursprüngliche Medikament noch spezifischer zu machen oder auf einzelne Anwendungen zu spezialisieren.
Ein Wirkstoff kann so z.B. in der Leber rasch metabolisiert werden um systemische Effekte zu verhindern. Z.B. ein Anti-Asthmatikum wird inhaliert und der verschluckte Anteil sollte in der Leber möglichst rasch metabolisiert werden um eine systemische Anreicherung und Effekte zu vermeiden. Der gleiche Wirkstoff könnte z.B. auch für Darmentzündungen oder Hautentzündungen eingesetzt werden. Dabei ist die Aufnahmeroute via Magen-Darmtrakt oder topisch als Salbe sehr verschieden. Wenn man nun eine Seitengruppe des Wirkstoffs verändert um einen fettlöslicheren Wirkstoff zu produzieren, unterscheidet sich das nur gering von der Wirkung am gegebenen Zielprotein, aber die Verteilung im Körper und Aufnahme kann ganz unterschiedlich sein.

Für angehende Ärzte gilt ein Numerus Klausus. Man überlässt die Ausbildung ausländischen Institutionen und importiert von dort die Ärzte.

Wir haben eine der höchsten Ärztedichte. Allerdings sind die Unterschiede von Kanton zu Kanton sehr gross. Trotz Zulassungsstopp steigt die Zahl der Ärzte weiter an. Somit haben wir vermutlich auch höchste Operationszahlen, denn jeder zusätzliche Operateur generiert zusätzliche Operationen Er muss schliesslich eine gewisse Anzahl an Operationen seiner Spezialität ausgeübt haben, bevor er selbstänig wirken kann.

Jeder Arzt kann mit den Kassen abrechnen, ob man das will oder nicht

Hier müssten die Kassen mehr Kontrolle auf die Arzte haben. Die Arzte werden immer das teurere Prozedere wählen weil sie daran prozentual verdienen. Es müsste jener Arzt am meisten verdienen, der die Patienten kostengünstig und effizient behandelt.

Wir haben zu viele Ärzte, besonders in den Ballungszentren. Den Allgemeinpraktikern fehlt der Nachwuchs. Das wurde reichlich spät gemerkt.

Es gibt ein Mangel an Hausärzten, die meisten neuen Hausärtzte kommen aus Deutschland, weil sie dort wesentlich weniger verdienen als hier. Mit der Überalterung der Bevölkerung ist die Notwendigkeit an Medizin ansteigend.

Oft hat man den Eindruck die Kosten würden von hinten nach vorne gerechnet: man hat einen Betrieb, der einen bestimmten Aufwand verursacht. Daraus abgeleitet werden die Kosten ermittelt und verrechnet... oder subventioniert, trotz Tarmed. Kürzlich wurde die Andreas Klinik in Cham zurück gepfiffen, weil sie mehr Betten betrieb, als vereinbart war. Offenbar waren die Betten aber ausgelastet. So gesehen ist das ein Eingriff in den Markt. nun soll eine happige Rückzahlung an Krankenkassen erfolgen. Wie soll ein Betrieb konkurrenzfähig werden, wenn man seine Initiativen für mehr Auslastung aus formalen Gründen bestraft? Das unternehmereische Risiko wird schlecht belohnt.

Ein Hauptproblem ist der Verlust des gesunden Menschenverstands und der Eigenverantwortung des Einzelnen. Es gibt Leute, die suchen für das gleiche Leiden verschiedene Ärzte auf und verursachen dadurch grosse Kosten, viele sind psychisch belastet, viele gehen viel zu früh zum Arzt und andere leben total ungesund.
Unser System muss verbessert werden, indem man die bessere Verhaltensweise belohnt, auch finanziell. Es gilt Anreize zu schaffen, damit Leute die sich Mühe geben, auch etwas davon haben.

Jeder zusätzliche Arzt generiert zusätzliche Behandlungen und trägt in gewissem Sinne zur Mengenausweitung der Leistungen bei.

Ist an sich nicht ein gravierendes Problem. Ein grösseres Problem ist, dass ein Chefarzt neben seinem Vollpensum noch eine Privatpraxis haben kann und damit ein zweites Einkommen quasi als Nebenjob hat. Das ist in jedem anderen Job unerlaubt nebenbei noch zu arbeiten, ausser man reduziert das Pensum entsprechend. Man stelle sich vor, Christoph Franz, der Präsident der Konzernleitung von Swiss würde noch nebenbei eine Billig-Airline managen und zu seinem Unternehmen in direkter Konkurrenz stehen!

Die Kantonsgrenzen verhindern Wettbewerb

Kantönligeist müsste verschwinden, was aber schwierig ist, wenn sich Kantone wie Zürich so aufspielen und wollen, dass Spitzenmedizin zukünftig nur noch in ZH gemacht werden soll.

Die Kostentreiber im Gesundheitswesen sind vielfältig. Es ist aber nicht der Patient allein, der immer mehr Leistungen verlangt. Oft wird er entsprechend beraten, daraus folgt eine Mengenausweitung (angebotsinduzierte Nachfrage).

Während die Mengenausweitung im stationären Bereich unseres Gesundheitswesens dank der im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) vorgesehenen Spitalplanung gesteuert werden kann, bieten sich im ambulanten Sektor keine Steuerungsmechanismen. Entsprechend ist der Kostenzuwachs im ambulanten Bereich überdurchschnittlich angestiegen, allein seit 1970 hat sich die Zahl der Arztpraxen in der Schweiz fast verdreifacht. Jede einzelne neue Arztpraxis kostet die Krankenversicherer jährlich etwa eine Million Franken. Allein die neuen Arztpraxen verursachen folglich rund 350 Millionen Franken an Mehrkosten. 1995 flossen 11,7 Milliarden Franken in den ambulanten Bereich; das bedeutet eine Verdoppelung dieser Ausgaben innert zehn Jahren.

Moderne Behandlungsmethoden und Medikamente bringen Kranke und Verunfallte schneller ins normale Leben und an den Arbeitsplatz zurück. Forschung und Entwicklung zeigen Wirkung. Der Staat verhindert jedoch den Wettbewerb (26 Gesundheitsgesetze) und ist ein wichtiger Motor der Kostenentwicklung.

Die Anzahl der Spitäler ist zu gross. Aber wo man einschränken will goutiert es das Volk nicht. Oft gibt es aber eine gut funktionierende Lobby, die das steuert.
Wenn man die Gesunheitskosten in gleichem Rahmen ansteigen lässt, kann man abschätzen, wie lange es dauert, bis das Volksvermögen dem Sozialstaat gehört.

Herbst

Herbst - "Die Tage werden kürzer, die Bremswege länger"

Was kann man über einen Tag schreiben? Früher führte man Tagebücher, deren Inhalt mit Schloss und Riegel (besser als hinter Schloss und Riegel kommen) versehen, vor Einsicht durch Unbefugte geschützt waren.

Tagebuch ohne Schloss

Millionen schreiben im Internet in sogenannte Blogs. Doch erst provokative Einträge sind für die Masse interessant

Zurück zum Bremsweg. Helm sei Dank schrieb ich 2002, als ich es schaffte, auf dem Fahrrad auf einer Kreuzung von einem Auto erfasst zu werden. Die Fahrerin begann den Bremsweg erst nach dem Crash. Der Velohelm schützte meinen Kopf vor Schlimmerem. Etwa 45 Jahre lang fuhr ich ohne Helm. Gerade rechtzeitig begann ich meine Gewohnheit zu ändern. Für mich muss kein Velohelm-Obligatorium eingeführt werden. Die gemachte Erfahrung genügt. Die Tips zum Helmtragen von IG Velo sind lesenswert. Was nützen Velohelme wirklich? Es gibt immer ein Dafür und ein Dagegen für etwas. Sicherheit - mit oder ohne Helm, das ist eine Frage. Der Helm ist nur ein Teil des Ganzen. Verkehrssinn, Übersicht, eigenes korrektes Verhalten, geeignete (helle) Kleider oder gar Leuchtjacken und Vorsicht sind genau so wichtig wie der Helm. Und das korrekte Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer ist ebenso wichtig wie bauliche Massnahmen (Radwege).

Im Auto, welches der beste Helm sein soll, fühlt man sich besonders sicher. Das Vier-Augen-Prinzip nützt nicht in jedem Fall. Besonders dann, wenn im Rückspiegel ein Lastwagen immer grösser wird und es schliesslich kracht, weil der Bremsweg nicht ausreichte, wird es eng um das "Sicherheitsgefühl". Die sichere Karosse wird dann nämlich zusammengeknautscht wie eine Kartonschachtel. Die Sicherheit auf der Strasse ist relativ. Man kann dann froh sein, wenn wenigstens die Knautschzone ihren Dienst nicht versagt und die Kopfstütze ihre Funktion erfüllt hat. Daher Kopf schützen - Nacken stützen!

Zur Sicherheit sagte ein ehemaliger Sicherheitsingenieur von der SUVA:

  1. Begegnen sich ein Mensch und ein Krokodil überraschend auf freier Wildbahn, dann ist die Sicherheit für den Menschen minimal.
  2. Wenn sich der Mensch mittels einer Ritterrüstung schützt, ist die Sicherheit relativ gross - weil Krokodile kein Büchsenfleisch (Spam) mögen.
  3. Will dieser Mensch absolute Sicherheit gegenüber dem Krokodil haben, so töte er dieses z. B. mit einem Jagdgewehr!
Tierschützer würden eine andere Methode vorschlagen.

Wer ist denn nun eigentlich Kunde und hat der gar Rechte?

In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass sich Leute für eine gute Sache einsetzen. Die meisten wollen heute nur konsumieren. Genau genommen ist ihnen auch dies manchmal müssig. Für das BlogCampSwitzerland 2.0 stehen zur Zeit noch etwa 70 Plätze für Teilnehmer zur Verfügung. Gratis. Man muss nichts dafür tun, muss nur kommen - genau genommen «darf man kommen».

BlogCampSwitzerland
Früher wusste ich immer, was ein Kunde ist, heute bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. Beim Bäcker ist es ganz einfach - wer kauft, ist Kunde. Wie sieht es nun aus, wenn die Mutter eine Torte kauft und am Sonntag die Familie und der Besuch davon geniessen. Und wer ist beim BlogCampSwitzerland Kunde?

Eine direkte Antwort werden sie von mir nicht erhalten, aber ich werde an Hand von fünf verschiedenen Blogs versuchen, fest zu stellen, wer Kunde sein könnte.
«Kaum zu glauben: Jeder Kunde ist ein Mensch. Wenn Sie wissen wollen, welche radikalen Folgen diese einfache Einsicht hat, sollten Sie sich ins Netz begeben - und Augen und Ohren spitzen. Wir haben für Sie wichtige Stimmen gesammelt auf dem Weg zu einem neuen Verständnis des Camäleons namens "Kunde".»

Das ist der Lead beim Leitartikel «der Konsumensch» von Stefan Kaiser, Chefredaktor beim GDI IMPULS
Falls swissblogpress nach dem BlogCamp in anderer Form weitergeführt wird, werde ich mich bemühen diesen Artikel ins Blog stellen zu dürfen. Ich traue mir zu, dass ich das schaffe, nachdem ich diese Vierteljahresschrift nun beinahe seit einem Vierteljahrhundert lese. Die ganz ersten Nummern habe ich verpasst. Der Kunde hat Rechte und Pflichten und manchmal auch Macht. Und erst recht der Web 2.0 Kunde. Es haben Leute am GDI IMPULS Sommer 2007 gearbeitet, die wissen, was das Web, Marketing und Kommunikation ist. Einer war Mitbegründer von skim.com. Sie erreichen mich heute noch unter 001267 at skim dot com. Man vermutet nicht nur die Zukunft zu kennen, man hat auch aus der Vergangenheit Erfahrungen ziehen können.

Mit swissblogpress habe ich angefangen, weil hier der tippische Konsu(m)mensch weilt. Beim BlogCamp dürfte es ähnlich sein. Einige arbeiten, einige nehmen zur Kenntnis und wie das in Bloggerkreisen so üblich ist gibt es immer wieder jene, die nur kritisieren können. Und doch gibt es immer wieder welche, die sich nicht klein kriegen lassen. Dailyfraggle macht einen Vorschlag, wie es weiter gehen könnte - meine Unterstützung hat er. Seine Idee mit dem «Journalisten 2.0» ist gut. Kunden, Rechte und Pflichten ... Ideen sind gesucht.

Beim Finanzblog lesen Kunden mit. Ich suche auch immer wieder neue Kunden, die Geld an der Börse verdienen wollen - Voraussetzung: Zeit haben. Es zahlt sich mehr als nur aus, aber die meisten Konsumenten haben heute keine Zeit, bleiben lieber dort, wo sie bisher eine schlechte Performance hatten, denn es könnte ja einmal ändern. In den Finanzen ist man träge, bei andern Konsumartikeln wechselt man dageben viel zu viel. Und dann gibt es noch den Finanzblog-Leser - ist das nicht auch eine Art Kunde, macht dieser vielleicht nicht auch irgendwo mal eine Bemerkung, er wüsste doch noch einen echt unabhängigen Vermögensverwalter. Hat dieser auch Pflichten ... ?

Die Kirche hat auch Kunden. Und zu fragen, wer Kunde ist, scheint mir einfacher, als fest zu stellen, was den eigentlich eine Kirche ist. Beim Kirchgemeinde-Verband des Kantons Bern sind die Mitglieder, die einzelnen reformierten, römisch- oder christ-katholischen Kirchgemeinden und Gesamtkirchgemeinden. Und die Personen, die sie vertreten, sind das nicht auch Kunden mit Rechten und vielleicht mal der Pflicht, einen Kommentar zu verfassen. Und sind diese Personen, die sie vertreten, diejenigen die am Sonntag zur Predigt gehen - oder auch die, welche eher aus kulturellen Gründen immer noch Kirchensteuern zahlen. Oder ist es das Personal. Früher gab es dafür den Begriff «Anspruchsgruppen», aber heute ist jeder Kunde.

Die Kunde über einen liberalen Glauben zeigen wir auf libref.. Mitlerweilen lesen mehr Nichtmitglieder, als unsere Mitglieder - wer ist jetzt Kunde? Dafür wissen wir garantiert extrem viel auf modernstem Stand über Menschenrechte und Menschenpflichten. Bivio - zwei Wege - enthält sehr viel Wissen über den heutigen Konsum-Menschen. Aber von einer etwas anderen Warte aus betrachtet. Ich denke liebref. gehört wie die Mehrheit dieser fünf querbekundeten Blogs zu den internationalen, über die Landesgrenzen betrachteten. Also haben wir auch Auslandkunden?

Und der Personalblogger - der wird auch am BlogCamp teilnehmen - was hat der für Kunden. Sein vermitteltes Personal, seine Spitäler etc. die dieses Personal beschäftigen oder am Ende gar, derjenige, der im Spitalbett liegt, denn ohne Kranke brauchte es kein Pflegepersonal. Lieber Kunde, nimm deine Rechte und Pflichten wahr, denn es könnte einmal sein, dass du als Kunde gar keine Rechte mehr hast:

Die "Kunden" im Gesundheitswesen sind gar keine!

- Sie können nicht um den Preis feilschen, weil dieser staatlich festgelegt ist (Tarmed, kantonale, ausserkantonale Tarife)

- Der Arzt bestimmt die Behandlungsmethode. Er bietet meist nicht mehrere Varianten an

- Die Mengenausweitung kann man als Kunde kaum beeinflussen

- Rabatt kann man auch nicht aushandeln

- Man wird nicht als mündiger Kunde behandelt. Es fehlt an der Kundenbetreuung, an der nötigen Information und Transparenz

- Es fehlen für Laien verständliche Beschreibungen für Behandlungsmethoden und Medikamente

- Man hat kaum echte Alternativen


Also geniessen sie es, wenn sie als Kunde wahrgenommen werden und bedenken sie, dass sie vielleicht auch einmal Kundenpflichten haben ... schon angemeldet beim BlogCampSwitzerland 2.0?


Text: Stephan Marti-Landolt - Finanzblog

Kunde König

Der Kunde ist König, so haben wir es gelernt. Ist er es? Von Stephan Marti, Finanzblog, haben wir gelernt, dass der Kunde hybryd (Teil2) sei, siehe auch "Ethische Discountwolke" (Teil1). Hybrid bedeutet eine Mischung oder Kombination von etwas. Wäre es keine Mischung, sondern eine Teilung oder (Ab-) Spaltung, so könnte man, etwas vermessen zwar, zum Schluss kommen, dass es gar schizophren sei.

Der tolerante Kunde zahlt oft einen hohen Preis für einen schlechten Service. Diese Toleranz wird und wurde noch immer schamlos ausgenützt. Der Kunde wird wie ein normaler Verwaltungvorgeng behandelt. In gewissen Bereichen redet man im Volksmund von Apothekenpreisen, wenn Preise einem als zu hoch vorkommen.

Der anspruchsvolle Kunde sieht sich vermehrt mit vergleichbaren Produkten konfrontiert. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale sind Preis/Leistung und allenfalls das Image des Herstellers. Ehrgeizig wird das preisgünstigste Angebot gesucht. Ergo ist es für ein Unternehmen wichtig, eine zuverlässige und klare Orientierungshilfe anzubieten.

Der kompetente Kunde geht einen Kauf gut vorbereitet und mit grosser Sachkenntnis an. Ergo fällt der kundenspezifischen Beratung ein hoher Stellenwert zu.

Der ausgenutzte Kunde bezahlt für ein USB-Kabel für sein Handy Nokia 6610i bei Swisscom SFr. 99.- (Fabrikationswert ca. 4 SFr). Das Verhältnis Fertigungskosten : Verkaufskosten beträgt ca. 1:25. Für Druckertinte im Original legt er bis 1000 EUR/Liter auf den Tisch! "Generikas" sind billiger! Im Vergleich: 1kg Auto Madzda 6 Kombi mit Automat, Tempomat, Klima usw. bezahlt man Fr 24.40 pro kg Leergewicht (brutto,"alles inbegriffen")!

Der Kunde als Störefried verlangt dauernd Informationen, geht Einzelheiten auf den Grund, will Lieferbedingungen, Serviceangebot, Zahlungsmodalitäten und Einzelheiten der Kundenbetreuung kennen. Ergo kann sich der Verkäufer nicht hinter die drei Affen: "ich, höre nichts, ich sehe nichts, ich sage nichts", verstecken.

Der Kunde als Prosument wünscht ein nach seinen Wünschen zugeschnittenes Produkt. Durch sein "Dazutun" kann er sich von der Masse abheben. Automobilfirmn bieten die Möglichkeit an, einen Neuwagen mit weitreichender individueller Ausrüstung zu bestellen. Der Kunde ist bereit, dafür eine angemessene Wartefrist zu akzeptieren.

Der moderne Kunde (Verbraucher) ist aufgeklärt. In Fachzeitschriften, an Produktetests, an Beratungen durch Fachverbände sowie durch Informationen in den Tageszeitungen, verschafft er sich ein Bild. Ergo ist ein persönlicher, regelmässiger und direkter Kontakt zum Kunden unerlässlich.

«Wir wollen unsere Kunden gezielt ansprechen und möglichst ihren Wünschen entsprechend beraten können.» Peter Bauer

Der resistente Kunde hat ein wirksames Abwehrdispositiv gegenüber der unüberschaubaren Informationsflut entwickelt. er geht mit seinen Ressourcen ökonomisch um, indem er sich nur für das interessiert, was er mit geringstem Aufwand an Energie verstehen kann. Ergo will der Kunde (Verbraucher) auf seinen Bedarf angepasste Infos.

Dem Kunden wird regelmässig eingeflüstert, dass die Zeit für die Konsumation günstig sei, um die Inlandnachfrage zu steigern. Vielfach steht er aber über der Sache. Er hat daher eine Strategie entwickelt, um dann zu kosumieren, wenn er das Bedürfnis hat. Er handelt von aussen gesehen atypisch.

«Die Kunden erhalten auf Grund ihrer Einkäufe Prospekte und briefliche Angebote, die auf sie zugeschnitten sind.» Marie-Louise Schmid, Leiterin M-CUMULUS Marketing Services

Der manipulierte Kunde

«Die Kunden können klassifiziert und durch gezielte Werbung manipuliert werden.»
Katharina Hasler
«Der ‘gläserne Mensch’ ist ein manipulierbarer Mensch.» Bruno Baeriswyl

Ohne Kunden keine Unternehmen. Ergo muss die einzige Überlebensgarantie der Unternehmen und Geschäfte sorgfältig "gepflegt" werden. Man soll beim Kunden ernsthaft das Interesse wecken, ihn gewinnen und binden.

Unselbständige Kunden gibt es z.B. im Gesundheitswesen. Mit der Einführung von Leistungslöhnen wurde das Werkzeug "Beurteilung von Leistung und Verhalten", und parallel dazu wurden prozessorientierte Organisationen eingeführt. Auffallend war, dass ab nun die Patienten zu Kunden umbenannt wurden. In Heimen und Betagtenzentren sind sie aber immer noch Bewohnende oder Klientel oder Kinder - oder einfach ein Kostenfaktor. Inkonsquenz?

Es gibt zum Glück auch noch die zufriedenen Kunden.

Wenn ein Kunde seine Erwartungen an die Leistung erfüllt sieht, also der Ist-Zustand dem Soll-Zustand entspricht, ist der Kunde zufrieden. Man spricht von Konfirmation.

Geprellte Kunden stehen meist alleine da. Der Gang zum Rechtsanwalt ist zeitraubend und allenfalls auch teuer.

Weil es für geprellte Kunden nicht immer einfach ist, zu ihrem Recht zu kommen, raten Experten zu Skepsis vor dem Kauf, etwa bei "Ramsch statt Rolex".

Unbemerkte Datenspuren erzeugen den gläsernen Kunden.

Mehr oder weniger leise dringt die Informationsgesellschaft in unser Alltagsleben vor. Nicht nur bei Behörden und in Forschungsstätten werden Daten gesammelt und systematisch ausgewertet – fast alles, was wir tun, wird Teil einer schnell wachsenden Erhebungsmaschinerie. Dank der Informationstechnologie können viele Geschäftsvorgänge rationeller und kostengünstiger abgewickelt werden. Zugleich hinterlässt aber jede und jeder ein dichtes Netz von Datenspuren.

Vielleicht stimmt das Märchen vom König Kunden doch!

(Mehr zum Thema u.a.: UNDERCOVER MARKETING; Agent im Dienste des Kunden ; Alexander Schell/Erwin Seitz ISBN 3-7064-0191-6)

Lohndumping von Amtes wegen

Im Zusammenhang mit den bilateralen Verhandlungen und mit der Personenfreizügigkeit mit den Staaten der EU wurden flankierende Massnahmen versprochen, um ein Lohn- und sozialdumping zu verhindern und um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Das hat die Abteilung zum Vollzug der flankierenden Massnahmen des Kantons Zürich 2004 auch so gesehen. Jetzt wo alles eingefädelt ist, kommt der Kanton Zürich und bricht die Versprechen mit fadenscheinigen Argumenten. Wollte man zuerst das Stimmvolk für die Bilateralen und die Personenfreizügigkeit gewinnen und hat dieses mit Versprechen geködert?

 

Im Kanton Zürich werden die Mindestlöhne für ungelernte Bauarbeiter unter 30 Jahren gesenkt. Der Minimallohn beträgt neuerdings 3745 Franken. Das sind 10% weeniger als bisher, wie das SF-Nachrichtenmagazin 10vor10berichtete.

Seit zwei Tagen ist die Baubranche ohne Vertrag. Der Landesmantelvertrag ist ausgelaufen. Über die Löhne wachen nun kantonale Kommissionen. Sie müssen dafür sorgen, dass in der Baubranche die Mindestlöhne eingehalten werden.

Als erster hat der Kanton Zürich die Löhne der Baubranche unter die Lupe genommen. Und einen umstrittenen Entscheid gefällt: Im Kanton Zürich sinkt der Mindestlohn.

Kontrolle von Mindestlöhnen

Dies ist aus der Sicht von Hansueli Scheidegger von der Gewerkschaft Unia empörend. «Das ist aus unserer Sicht ein amtlich bewilligtes Lohndumping. Das ist am zweiten Tag des vertragslosen Zustands ein absoluter Skandal.»

Bruno Sauter, der das Amt für Wirtschaft und Arbeit im Kanton Zürich leitet, will mit dem tieferen Mindestlohn die Jugendlichen zu einer Ausbildung bewegen.

«Wir haben grosses Interesse, das junge Menschen primär eine Ausbildung machen und dann als qualifizierte Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt eintreten und nicht als unqualifizierte Arbeitnehmer in eine Branche einströmen, die aufgrund einer Minimallohnfestsetzung attraktiv erscheint.»

Der Stichentscheid in der Kommission sei vom Chef des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) gefällt worden. Die Kommission, der Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie des Kantons angehören, ist im vertragslosen Zustand für die Kontrolle von Mindestlöhnen zuständig.

Sind die Löhne nach einer anerkannten Funktionsbewertung festgelegt, kann man diese nicht einfach um 10% senken. Wenn die Differenz der Ungelernten zu den Gelernten genügend gross ist, dann gibt es genug Motivation, um eine Ausbildung zu absolvieren. Motivation durch Honorierung! Und jene, die keine Ausbildung machen können, aus welchen Gründen auch immer, sollen die Zeche bezahlen? Offenbar sind die Löhne politisch festgelegt. Und vielleicht will man auf künftig Interessierte agieren, die nach der erteilten Personenfreizügigkeit mit Bulgarien und Rumänien, Übergangsfristen hin oder her, auf unseren Arbeitsmarkt drängen werden.

Transparenz bei Mindestlöhnen

swissstaffing und Baumeisterverband stellen gemeinsam Daten ins Internet. Die Baumeister und die Temporärbranche tragen den Entscheid der kantonalzürcherischen Tripartiten Kommission zur Senkung der Mindestlöhne für ungelernte Bauarbeiter nicht mit. Sie wollen weiterhin die Lohnbedingungen des Landesmantelvertrags für das Bauhauptgewerbe erfüllen. Damit für die Arbeitnehmenden im Baugewerbe bezüglich Mindestlohns volle Transparenz herrscht, stellen swissstaffing und der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) in den nächsten Tagen die Daten zu den Mindestlöhnen auf ihren Internetseiten zur Verfügung. Damit kann sich jeder Arbeitnehmer informieren, welchen Mindestlohn er für seine Berufsklasse und sein Einsatzgebiet erhalten muss.

Unverständlicher Entscheid

Daniel Lehmann, Direktor des SBV, kann den Entscheid der kantonalzürcherischen Tripartiten Kommission nicht nachvollziehen. «Wir werden unser Wort halten und weiterhin die Lohnbedingungen des Landesmantelvertrags erfüllen. Falls die Mindestlohnsenkung wirklich zutrifft, setzen wir alles daran, sie wieder rückgängig zu machen.»


Tripartite Kommissionen

Die tripartite Kommission des Bundes und jene der Kantone, jeweils mit Vertretern von Behörden, Arbeitgebern und Gewerkschaften, beobachten den Arbeitsmarkt, kontrollieren die Einhaltung von zwingenden Normalarbeitsverträgen, melden Verstösse an die kantonalen Vollzugsbehörden und können Massnahmen beantragen (erleichterte Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen oder Erlass von zwingenden befristeten Normalarbeitsverträgen mit Mindestlöhnen).

Die tripartite Kommission des Bundes ist interdisziplinär zusammengesetzt, die tripartite Kommission von Zürich ebenfalls. Das das Ergebnis durch einen Stichentscheid zustande kam, deutet darauf hin, dass die Angelegenheit umstritten ist. Wurde das Gesetz des Marktes betreffend "Angebot und Nachfrage" beachtet? Man wird die weitere Entwicklung und allenfalls die Signalwirkung auf andere Branchen gespannt verfolgen!

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